20 Jahre Waldrapp in Burghausen - Jane Goodall Institut - Deutschland

20 Jahre Waldrapp in Burghausen

Plakat mit 20 Jahre Waldrapp in Burghausen.

Am 22. Juni feierte das Jane Goodall Institut Deutschland zusammen mit dem Waldrapp-Team und der Stadt Burghausen ein bedeutendes Jubiläum: „20 Jahre Waldrapp in Burghausen“. Dr. Jane Goodall unterstützte von Beginn an das Wiederansiedlungsprojekt dieser fast ausgestorbenen Vogelart, das über die Jahre zu einem Vorzeigeprojekt geworden ist. Dank der Bemühungen des Waldrapp-Teams und der Unterstützung der Gemeinde Burghausen ist das Projekt zu einem Hoffnungssymbol für bedrohte Arten geworden. Dr. Goodall war im vergangenen Jahr zum wiederholten Male selbst zu Besuch bei den Waldrappen in der Salzachstadt.

Der Waldrapp

Der Waldrapp, ein eigenartiger und zugleich faszinierender Vogel, ist durch die Bemühungen des Teams nicht mehr vom Aussterben bedroht. Mit seinen langen roten Beinen, dem schwarz schimmernden Gefieder, den auffällig langen Nackenfedern und einem kahlen Kopf mag er vielleicht nicht der prächtigste Vogel sein, aber zweifellos ist er ein unverwechselbarer Zeitgenosse.

Mehere Vögel der Art Waldrapp mit langem rotem schnabel und aufgestellten Nackenfedern in ihrer Brutnische.
Das Waldrapp-Projekt in Burghausen

Das Projekt in Burghausen stellt den weltweit ersten Versuch der Wiederansiedlung eines Zugvogels dar. Die Gemeinde beherbergt nicht nur die erste Brutkolonie, sondern war auch Zeuge des markanten Ereignisses der ersten selbstständigen Migration eines Waldrapps seit 400 Jahren, als „Goja“ im Jahr 2011 von Italien nach Burghausen zurückkehrte. Mittlerweile gibt es vier Brutkolonien in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien. Die Zucht in freier Wildbahn zeigt bereits Erfolge, mit 328 geborenen Küken im Vergleich zu 309 handaufgezogenen und ausgewilderten Waldrappen.

20 Jahre Waldrapp in Burghausen

Das 20-jährige Waldrapp-Jubiläum wurde durch eine Veranstaltung in Burghausen gebührend gefeiert. Das Team des Jane Goodall Institut Deutschlands war auch Teil der Feier. Der Tag begann mit einer faszinierenden Besichtigung der Waldrappe an den historischen Burgwänden aus sicherer Entfernung. Abends eröffnete Bürgermeister Florian Schneider die offizielle Veranstaltung mit einer herzlichen Begrüßungsrede, in der er die Waldrappe als inoffizielles „Wappentier Burghausens“, vorstellte. Höhepunkte des Abends waren Vorträge des Waldrapp-Teams, darunter Gründer und Projektmanager Johannes Fritz und Oliver Habel, Zoologe und Experte, der über die erfolgreiche Aufzucht der Waldrappe sprach und die Bedeutung des Projekts für den Artenschutz und die Umwelt hervorhob. Jane hat sogar eine Videobotschaft geschickt, um dem Waldrapp-Team zu ihrem großen Erfolg zu gratulieren. Im Foyer des Stadtsaals fand zudem eine Versteigerung von Waldrapp-Bildern statt, die von kleinen und großen Künstlern erstellt worden waren. Der Erlös kommt der Waldrappstation direkt zugute.

Eine Gruppe Menschen, die vor der Burg von Burghausen steht und sich die Wladrapp anschaut.
Oliver Habel, Zoologe und Waldrapp Experte, führt das Team des Jane Goodall Instituts in die Welt des Waldrapps ein.
Nester der Waldrapp an der Burgwand von Burghausen.
Brutnischen der Waltrapp-Familien mit Blick auf die Burg von Burghausen.
Oliver Habel bei der Abendveranstaltung zum Waldrapp-Jubiläum.

In den letzten 20 Jahren wurden wichtige Erfolge erzielt, doch es gibt noch viele Herausforderungen. Illegaler Abschuss in Italien und Stromschläge an unisolierten Strommasten bedrohen nicht nur die Waldrappe, sondern auch die gesamte Vogelwelt. Zusätzlich verändert der Klimawandel ihre Lebensbedingungen drastisch und erschwert die Migration sowie die Alpenüberquerung der Vögel.

Ein Zeichen der Hoffnung

Der Waldrapp ist nun nicht nur das „Wappentier Burghausens“, sondern hat sich auch zu einem bedeutenden Botschafter für den Artenschutz und die Hoffnung entwickelt. Durch die intensive Arbeit des Waldrapp-Teams sowie die Unterstützung der Stadt Burghausen wird deutlich, dass selbst die größten Herausforderungen im Artenschutz überwunden werden können.

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