Wir feiern einen großen Erfolg für die Rechte der Menschenaffen.

Zwei Patente auf gentechnisch veränderte Schimpansen abgewiesen.

Ein Kommentar von Dr. Ulrike Beckmann.

Schon seit den 1980er Jahren werden Tiere für Tierversuche gentechnisch verändert und dann patentiert. Deshalb leiden z.B. Mäuse und Ratten, denen schnell Tumore wachsen, oder andere Säugetiere, denen ein besonders schwaches Immunsystem vererbt wird, in den Versuchslaboren der Pharmaindustrie.

Zweifel am Sinn solcher Versuche und an ihrer Übertragbarkeit auf den Menschen existieren, seitdem man mit diesen Versuchen angefangen hat.

Nun hat die Beschwerdekammer des Europäischen Patentamtes (EPA) zum ersten Mal eine richtungsweisende Entscheidung getroffen:  Ansprüche der Firma INTREXON (heute: PRECIGEN) auf gentechnisch veränderte Schimpansen und andere Tiere wurden als nicht patentfähig abgewiesen.

Schon 2013 hatte die Organisation TESTBIOTECH e.V. und ein Bündnis von Umwelt- und Tierschutzorganisationen Einspruch gegen zwei Patente von Intrexon auf gentechnisch veränderte Schimpansen eingelegt und verloren.

Unbeeindruckt von diesem Rückschlag reichten sie 2016 Beschwerde beim EPA ein. Dieser Beschwerde wurde nun stattgegeben.

Auch das Jane Goodall Institut Deutschland hat die Aktion unterstützt. Jane Goodall zu dieser Neuigkeit:

“ Ein klares Signal an alle Wissenschaftler, die leidensfähige Tiere nur als Werkzeug der Forschung betrachten.

Das EPA hat eine weise und verantwortungsvolle Entscheidung getroffen.“

Hier erging eine wichtige Präzedenzentscheidung, in der zum ersten Mal Ansprüche auf gentechnische veränderte Versuchstiere aus ethischen Überlegungen gänzlich zurückgenommen wurden.

«Es hat fast 30 Jahre gedauert, bis das EPA an diesen Punkt gelangt ist und zum ersten Mal die Patentierung von gentechnisch veränderten Tieren stark einschränken will», sagte Ruth Tippe von der Initiative „Kein Patent auf Leben!“. «Wir fordern nach wie vor ein generelles Verbot von Patenten auf Tiere aus ethischen Gründen.»

Bei den beiden nun für ungültig erklärten Patenten wurden Abschnitte von Insekten-DNA in die der Schimpansen eingefügt, um sie für Versuche geeigneter zu machen. Die Patente sollten sich gleichzeitig auch auf Mäuse, Ratten, Katzen, Hunde, Rinder, Schweine, Pferde und Schafe erstrecken. Hunderte von Patenten auf Versuchstiere seien im Lauf der Zeit vom EPA erteilt worden, sagt Dr. Christoph Then von TESTBIOTECH, dass aber dann auch Menschenaffen als Erfindung gelten sollten, löste besondere Proteste aus.

„Schimpansen sind unsere nächsten Verwandten, die 98,6% der Erbgut-Zusammensetzung mit uns teilen!“ betont Dr. Jane Goodall immer wieder.

Der nun vom EPA eingeschlagene Weg sollte jetzt auch für andere, ähnliche Fälle gelten: Denn es gibt noch viel mehr Patente auf gentechnisch manipulierte Tiere, auch auf Affen. Laut Dr. Then kämpft Testbiotech gerade gegen ein Patent der Max-Planck-Gesellschaft, das diverse Versuchstiere, u.a. auch Primaten beansprucht.

Unser großes Kompliment geht an die engagierte Gruppe um Testbiotech, die über lange Jahre nicht aufgegeben hat! Wir als JGI Deutschland sind stolz darauf, sie unterstützen zu dürfen.

Was wir jedoch nicht vergessen dürfen: Die gentechnischen Manipulationen an Tieren, auch an Affen, und die Versuche an ihnen gehen trotz allem weiter.

Man kann sie nur nicht mehr so einfach patentieren.

Es gibt also noch viel zu tun!

Dr. Ulrike Beckmann, Jane Goodall Institut Deutschland

Großer Erfolg: Kein Patent auf gentechnisch veränderte Schimpansen!

2. Juli 2020 / Aus ethischen Gründen hat das Europäische Patentamt (EPA) zwei Patente auf gentechnisch veränderte Menschenaffen für ungültig erklärt. Alle Ansprüche auf gentechnisch veränderte Versuchstiere müssen jetzt aus den betroffenen Patenten gestrichen werden. Die Technische Beschwerdekammer des EPA entsprach damit Einsprüchen und Beschwerden, die von einem breiten Bündnis von Tier- und Umweltschutzorganisationen eingereicht worden waren. Das europäische Patentrecht verbietet Patente auf die genetische Veränderung von Tieren, wenn daraus Tierleid resultieren kann. Einzige Ausnahme sind Fälle, in denen tatsächlich ein erheblicher medizinischer Nutzen vorliegt. Dieser Nutzen war nach Ansicht des EPA nicht vorhanden. Es ist das erste Mal, dass das EPA diese Regel so restriktiv auslegt. Die Entscheidung ist auch für andere Fälle bindend.

Die Einsprüche wurden 2012 und 2013 eingelegt und betreffen Patente der US-Firma Intrexon (EP1456346 und EP1572862), die jetzt Precigen heisst. In den Patenten werden gentechnisch veränderte Schimpansen und andere Tierarten als ‚Erfindung‘ beansprucht, die für Tierversuche verwendet werden sollen. In das Erbgut dieser Tiere sollen laut Patent Gene eingefügt werden, die aus Insekten stammen. Die Aktivität dieser Gene soll dann durch Verabreichung zusätzlicher chemischer Substanzen beeinflussbar sein. Die Firma spricht von einem ‚Gen-Schalter‘.

Foto: M.Ottersbach/ Pixelio
Großer Erfolg für Bündnis von Umwelt- und Tierschutzorganisationen

Gegen die Patente Einspruch erhoben hatten die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Cruelty Free International, der Deutsche Tierschutzbund, das Gen-ethische Netzwerk (GeN), die Gesellschaft für ökologische Forschung, das Jane Goodall Institut (Deutschland), Kein Patent auf Leben!, Bundesverband Menschen für Tierrechte, Pro Wildlife, die Schweizer Allianz Gentechfrei (SAG), Schweizer Tierschutz (STS), TASSO, Testbiotech und die Wild Chimpanzee Foundation Deutschland (WCF). Unterstützt wurden die Einsprüche von rund 14.000 Einzelpersonen.

„Ich begrüße die Entscheidung des EPA, zwei Patente auf gentechnisch veränderte Schimpansen aus ethischen Gründen zu widerrufen. Schimpansen sind unsere nächsten Verwandten, die 98.6% der Zusammensetzung unseres Erbgutes mit uns teilen.  Alle, die verstanden haben, dass die gentechnische Veränderung dieser Affen und anderer empfindungsfähiger Tiere nicht akzeptabel ist, werden dieses Urteil begrüßen“,  sagt Dr. Jane Goodall, weltweit bekannte und angesehene Verhaltensforscherin, Gründerin des gleichnamigen Jane Goodall Instituts und UN Friedensbotschafterin. „Das EPA hat hier eine weise und verantwortungsvolle Entscheidung getroffen, die ein klares Signal an alle WissenschaftlerInnen aussendet, die leidensfähige Tiere nur als ein Werkzeug der Forschung sehen.“

Die Einsprüche des Bündnisses wurden 2015 zunächst zurückgewiesen. Dagegen legten die Einsprechenden 2016 Beschwerde ein. Ende 2019 kündigte die Beschwerdekammer an, dass sie beabsichtige, den Beschwerden stattzugeben. Der Patentinhaber stimmte daraufhin einer Streichung aller Ansprüche auf gentechnisch veränderte Tiere zu. Jetzt hat die Beschwerdekammer endgültig entschieden und die Einspruchsabteilung angewiesen, das Patent entsprechend abzuändern (Entscheidungen T0682/16 und T0789/16).

„Es hat fast 30 Jahre gedauert“

Ruth Tippe von der Initiative Kein Patent auf Leben!, die seit vielen Jahren gegen derartige Patente kämpft, begrüßt die Entscheidung: „Es hat fast 30 Jahre gedauert, bis das EPA an diesen Punkt gelangt ist und zum ersten Mal die Patentierung von gentechnisch veränderten Tieren stark einschränken will. Wir fordern nach wie vor ein generelles Verbot von Patenten auf Tiere aus ethischen Gründen.“

Ist dies der Wendepunkt?

Die aktuelle Entscheidung könnte tatsächlich zu einem Wendepunkt führen. Bereits seit 1992 ist die Patentierung von Tieren in Europa heftig umstritten. Damals wurde in Europa erstmals ein Patent auf gentechnisch veränderte Säugetiere erteilt, das Patent auf die sogenannte ‚Krebsmaus‘. Seitdem wurden vom EPA tausende ähnlicher Patente erteilt, meist auf Versuchstiere, zum Teil aber auch auf landwirtschaftlich genutzte Tiere wie Rinder und Schweine. Die Patentierung von Versuchstieren ist zwar nicht völlig verboten, sollte aber jetzt auf wenige Ausnahmefälle eingeschränkt sein.

„Mit diesem Urteil sollten wenigstens Patente auf landwirtschaftlich genutzte Tiere wie Kühe und Schweine der Vergangenheit angehören, da hier keinerlei medizinischer Nutzen zu erwarten ist“, fordert Gudula Madsen vom Gen-ethischen Netzwerk.

„Versuche an Menschenaffen sind ein absolutes No-Go“

„Versuche an Menschenaffen oder gar Patente auf sie sind ein absolutes No-Go“, so Sandra Altherr von Pro Wildlife. „Das Urteil des Europäischen Patentamtes ist erfreulich deutlich und richtungsweisend.“

„Wir fordern ein vollständiges Verbot der Patentierung von Tieren. Fühlende Lebewesen zu ‚Erfindungen‘ oder Objekten zu degradieren, derweil sie in der Forschung an Stelle des Menschen leiden müssen, ist ethisch nicht akzeptabel“, sagt Stephanie Link, Referentin für Alternativmethoden zu Tierversuchen beim Deutschen Tierschutzbund.

„Auch mithilfe des EPA haben manche Firmen das Leid von Tieren zum profitablen Geschäft gemacht. Der Verkauf von gentechnisch veränderten Versuchstieren wird sogar mit Sonderangeboten und Werbegeschenken beworben“, sagt Christoph Then für Testbiotech. „Wir hoffen, dass das EPA jetzt verstanden hat, dass man mit Tierleid keinen Profit machen darf. Wir werden auch die weitere Entwicklung aktiv begleiten.“ Die Patente werden jetzt zurück an die Prüfungsabteilung verwiesen und können nur in veränderter Form aufrecht erhalten werden. Dabei müssen alle Ansprüche auf Tiere gestrichen werden.

Offizielle Pressemitteilung (Text: testbiotech)

Gremlins Baby Goodali im Gombe Stream National Park

Ein besonderes Baby in Gombe.

Dieses Jahr feiern wir 60 Jahre Gombe, den Ort, an dem Jane Goodall 1960 ihre Forschungen begann. 60 Jahrzehnte ununterbrochener Beobachtung der dort lebenden Schimpansen: Das ist die längste Zeitspanne, in der eine Spezies ununterbrochen dokumentiert wird. Einzelne Familien und ihre Mitglieder haben in dieser Zeit legendäre Bekanntheit erworben, wie Flo, die Begründerin der F-Familie, mit ihrem zahlreichen Nachwuchs. 1970 wurde Gremlin in die G-Familie geboren und eine ähnlich erfolgreiche Mutter und Großmutter. Der Filmemacher Bill Wallauer filmte z.B. 1993 die Geburt ihrer Tochter Gaia, die erste Dokumentation einer Schimpansengeburt in Freiheit.

Nun kehrte Bill Wallauer einmal wieder nach Gombe zurück und erfuhr dort, dass gerade ein Baby geboren worden war: wieder von Gremlin, die dieses Jahr 50 Jahre alt wird! Wenn man bedenkt, dass Schimpansen 50-60 Jahre alt werden können, wäre dies vergleichbar mit einer 70-80 jährigen menschlichen Frau, die ein Baby bekommt.

Und mit der Geburt ist es ja auch nicht getan: Es geht um eine erfolgreiche Aufzucht des Babies.

Sie gehört zu Jane Goodalls Lieblings-Forschungsthemen: Die Frage, welche Mutter erfolgreich ihre Kinder ins Erwachsenenleben bringt, wie viele überleben und wie so über Jahre eine eng zusammenhaltende Familiengruppe wachsen kann.

Erfolgreich waren immer Mütter, die aufmerksam, vorausschauend, kommunikativ, tolerant und sorgfältig mit ihren Kindern umgingen. Die erste von ihnen war Flo, die auch bis ins hohe Alter noch Babies hatte und die eine ganze Dynastie sozial erfolgreicher Nachkommen hinterließ.

Und nun konnte hier in Gombe Bill Wallauer die alte Gremlin mit ihrem Neugeborenen beobachten, die ebenfalls auf eine ganze Schar von Nachkommen blickt und mit viel Unterstützung rechnen kann. Ihr Sohn heißt GOODALI.

Bill Wallauers emotionalen Bericht könnt Ihr hier lesen.

Bär in Käfig auf einer illegalen Bärenfarm

Wildtiermärkte und Bärengalle-Farmen.

Ein Statement von Dr. Jane Goodall zu COVID-19.

Beim folgenden Text handelt es sich um eine gekürzte Version. Das englischsprachige Original, sowie die Deutsche Übersetzung stehen unter den folgenden Links zum Download bereit:

Die Welt steht vor unvorhersehbaren Veränderungen. Schon jetzt sind die gesamtwirtschaftlichen Verluste katastrophal. Wir alle verfolgen die Nachrichten. Wir hoffen, dass ein Impfstoff bald entwickelt ist und dass wir Schritt für Schritt zu einem normalen Leben zurückkehren können. Aber wir dürfen niemals vergessen, was wir durchgemacht haben und wir müssen alle notwendigen Schritte zur Vermeidung einer weiteren zukünftigen Pandemie unternehmen.

Es ist eine Tragödie, dass  eine Pandemie dieser Art schon lang von Forschern vorausgesagt wurde, die sich mit Zoonosen (Krankheiten, die wie COVID-19 von Tieren auf den Menschen übergehen), befassen. Es ist so gut wie sicher, dass diese Pandemie mit einem solchen Übertritt auf dem chinesischen Wuhan-Seafood-Markt begann, auf dem auch mit anderen Wild- und Haustieren gehandelt wurde.

Auf solchen Märkten werden die Tiere  in der Regel in kleine Käfige zusammengepfercht und oft vor Ort geschlachtet. So kommen Menschen in Kontakt mit Kot, Urin, Blut und anderen Körperflüssigkeiten verschiedenster Tierarten. Hier bieten sich ideale Voraussetzungen für Viren, um von ihrem tierischen Wirt auf den Menschen zu wechseln. Eine andere Zoonose, SARS, ging z.B. von einem Wildtiermarkt in Guangdong aus.

Nicht nur in China haben Wildtiermärkte für Viren und andere Krankheitserreger ideale Bedingungen geboten, um die Arten-Barriere zwischen ihren tierischen Wirten und uns Menschen zu überwinden. Ausgehend von afrikanischen Bushmeat-Märkten führte z.B. die Jagd, der Verkauf und das Schlachten von Schimpansen zu zwei Erreger-Sprüngen von Menschenaffen auf Menschen, aus denen die HIV-AIDS-Pandemie entstand. Ebola ist eine weitere Zoonose, die in Afrika aus Wildtier-Reservoirs auf Menschenaffen und Menschen überging.

Ein weiteres ernstes Problem und ein Milliarden-Dollar-Geschäft ist der schockierende weltweite Handel mit Wildtieren und ihren Körperteilen. Werden Wildtiere oder ihre Körperteile von einem Land in ein anderes exportiert, bringen sie auch ihre Viren mit sich. Es ist von größter Bedeutung, dass ein Verbot des Handels, des Verzehrs und der Zucht von Wildtieren zu Nahrungszwecken permanent durchgesetzt wird – zum Wohle der menschlichen Gesundheit und zur Vermeidung anderer Pandemien in der Zukunft.

Als COVID-19 als eine neue Zoonose erkannt wurde, untersagten die chinesischen Behörden den Verkauf und Verzehr von Wildtieren, schlossen den Wuhan-Wildtiermarkt und verboten das Züchten von Wildtieren für Ernährungszwecke. Die Nutzung bestimmter Wildtierprodukte für die traditionelle chinesische Medizin ist jedoch noch immer legal in China. Hier bieten sich willkommene Schlupflöcher für weiteren lukrativen Wildtierhandel.

Es gilt auch, das Wohlergehen der Tiere zu berücksichtigen, die unfreiwillig für Zoonosen verantwortlich sind. Heute wissen wir alle, dass die erwähnten Tiere sensible Wesen sind, die Angst, Verzweiflung und Schmerz verspüren und sehr intelligent sein können. Erlauben wir weiter den Wildtierhandel für medizinische Produkte, so ermöglichen wir auch weiter die unglaublich unmenschliche Behandlung dieser fühlenden Geschöpfe.

Bärengalle-Farmen in Asien.

Ein Beispiel sind die Bären (Mond-, Braun- und Malaienbären), die in Asien zur Galleproduktion gehalten werden. Sie sind teilweise bis zu dreißig Jahre lang in extrem engen Käfigen gefangen – manchmal können sie darin nicht einmal stehen oder sich drehen. Die winzigen Zwinger verhindern jegliches natürliche Verhalten dieser intelligenten und sensiblen Tiere. Die Gallenflüssigkeit wird ein- oder sogar zweimal täglich aus der Gallenblase entnommen – eine höchst schmerzhafte invasive Prozedur. Die Bären leiden deshalb an Schmerzen, Hunger und Austrocknung  und entwickeln u.a. Leberkrebs, andere Tumoren, Geschwüre, Blindheit, Bauchfellentzündungen, Arthritis und andere Leiden und Infektionen.

Die Haltung der Bären in solchen Farmen ist nicht nur extrem grausam, sondern auch ein Risiko für die öffentliche Gesundheit. Schlechte hygienische Bedingungen, die permanent offenen Bauchwunden der Bären, die Verunreinigung der Galle mit Kot, Bakterien und Blut, sind ein sehr ernstzunehmendes Problem. Viele dieser Bären erhalten kontinuierlich Antibiotika, um sie überhaupt am Leben zu erhalten. Dies führt wiederum unweigerlich zu Antibiotikaresistenzen und dem Entstehen von multiresistenen Superkeimen. Dasselbe gilt im Übrigen auch für die Haltung von Tieren in Massentierhaltung. Diese multiresistenten Super-Keime sind bereits verantwortlich für den Tod vieler Menschen auf der ganzen Welt.

Tragischerweise wird das Produkt „Tan Re Qing“, das Galle asiatischer Bären enthält, zur Behandlung von COVID-19-infizierten Patientenempfohlen. Genau das wird die Bärengalle-Gewinnung nur noch mehr ankurbeln. Solange Bärengalle-Farmen legal bleiben, steigt die Nachfrage weiter. Die aktive Komponente der Bärengalle, Ursodeoxycholsäure (UDCA), ist sei langem synthetisch erhältlich, zu einem Bruchteil der Produktkosten aus lebenden Bären. Viele Menschen halten nur leider die Galle von wilden Bären noch immer für wertvoller.

Es wäre wundervoll, wenn alle Bärenfarmen in ganz Asien geschlossen und die Bären in Auffangstationen in Asien gebracht werden könnten, wo sie in Gesellschaft anderer Bären auf Gras laufen, klettern, baden und die Sonne genießen könnten.

Krankheiten und ihr Ursprung in der Massentierhaltung.

Zoonosen entstehen nicht nur aus dem Umgang mit Wildtieren. Die unmenschlichen Bedingungen in „Fabrikställen“, in denen große Mengen von Haustieren zusammengepfercht werden, bieten sei langem Bedingungen, die ein Übergreifen von Erregern auf den Menschen fördern. Beispielsweise „Vogelgrippe“ und Pandemie H1N1 („Schweinegrippe“) hatten ihren Ursprung  im Umgang mit Geflügel und Schweinen, MERS mit Hauskamelen. Und auch Haustiere sind fühlende Geschöpfe, die Angst und Schmerz erleiden.

Schlussfolgerung.

Viele Menschen glauben, dass wir an einem Wendepunkt unserer Beziehung zur natürlichen Welt angekommen sind. Wissenschaftler warnen davor, dass wir in Kontakt mit Viren kommen können, die Pandemien noch weit erschütternder als COVID-19 auslösen, wenn wir weiterhin die Gründe für die Verbreitung solcher Zoonosen ignorieren.

  • Wir müssen der Abholzung und Zerstörung der natürlichen Lebensräume weltweit Einhalt gebieten.
  • Wir müssen von existierenden naturfreundlichen, organischen Alternativen Gebrauch machen und Neue entwickeln, um uns zu ernähren und uns gesund zu erhalten.
  • Wir müssen Armut eliminieren, damit die betroffenen Menschen andere Einkommensmöglichkeiten finden können, als auf Kosten von Wildtieren und ihrer Umwelt zu existieren.
  • Wir müssen sicherstellen, dass die Menschen vor Ort, deren Leben direkt von einer gesunden Umwelt abhängt, gute Entscheidungen zu ihrer Erhaltung treffen können, während sie in ihren Gemeinschaften an der Verbesserung ihrer Lebensbedingungen arbeiten.
  • Und schließlich müssen wir unser Gehirn mit unserem Herzen verbinden und endlich unsere eingeborene Weisheit, unsere Wissenschaft und unsere innovativen Technologien zusammen nutzen, um weisere Entscheidungen für Menschen, Tiere und unsere gemeinsame Umwelt zu treffen.

Während natürlich unser akuter Fokus gerade auf der Kontrolle des COVID-19 Virus liegt, dürfen wir jedoch auch die Krise nicht vergessen, die mit potentiell langfristig katastrophalen Effekten auf den Planeten und für unsere zukünftigen Generationen droht: die Klimakrise.

Die Pandemie hat die Industrie zu einem temporären Shutdown in vielen Teilen der Welt gezwungen. Ein Ergebnis davon ist, dass viele Menschen zum ersten Male die Freude erleben dürfen, frischen Luft zu atmen und die Sterne am Nachthimmel zu sehen.

Meine Hoffnung ist, dass die Erfahrung, wie die Welt sein sollte, gemeinsam mit der Erkenntnis, dass es unsere Missachtung der natürlichen Welt war, die zu dieser Pandemie geführt hat, Unternehmen und Regierungen dazu bringt, mehr Ressourcen in die Entwicklung sauberer und erneuerbarer Energien, Bekämpfung der Armut und Schaffung von Alternativen für die weitere Ausbeutung der Natur zu investieren.

Lasst uns erkennen, dass wir ein Teil  der natürlichen Welt sind und von ihr mit Nahrung, Wasser und saubere Luft abhängen.

Lasst uns daran erinnern, dass die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt  zusammenhängen.

Lasst uns Respekt zeigen füreinander, für alle anderen fühlenden Wesen und für Mutter Natur. Für das Wohlergehen unserer Kinder und der ihren, für die Gesundheit dieses wunderschönen Planeten Erde, unserer einzigen Heimat.

Dr. Jane Goodall, DBE
Founder The Jane Goodall Institute
& UN Messenger of Peace

Tessina Strelows Aufruf zur Hilfe an Roots & Shoots Südafrika

Hilfe für Roots & Shoots Südafrika.

Wir halten zusammen! Das Jane Goodall Institut – Südafrika hat uns um Mithilfe gebeten. Und wir folgen ihrer Bitte mit einem Spendenaufruf:

Die Einschränkungen der Maßnahmen aufgrund des Coronavirus beschäftigen uns alle nun schon seit einigen Wochen. Während wir in Deutschland zum Glück nach wie vor mit allem Nötigen versorgt werden können, ist das in vielen anderen Ländern nicht möglich.

Deshalb hat sich auch Lebo aus Südafrika mit uns in Verbindung gesetzt und bittet um Hilfe. Lebo koordiniert dort einige Roots & Shoots Projekte in Schulen und einzelnen Communities, unter anderem Baumpflanzungen, Müllsammelaktionen und das Anlegen von gemeinschaftlichen Nutzgärten. Durch den gegenwärtigen ‚Lockdown‘ können sich viele Menschen nicht mit notwendigen Lebensmitteln versorgen. Um vor Ort mit der Versorgung helfen zu können, bittet Lebo um Unterstützung.

Spendenkonto:
Nedbank Hyde Park
Branch Code 197205
Kontonummer 1972082264
Swift Code NEDSZAJJ

Wer mit guten Wünschen und Gedanken helfen möchte, kann uns diese an roots&shoots@janegoodall.de schicken. Wir leiten sie gerne weiter!

Herzlichen Dank und viel Gesundheit!

Jane Goodalls Videobotschaft zu ihrem 86. Geburtstag

Happy Birthday, Jane und Judy.

Wir gratulieren Jane und ihrer Schwester Judy, die beide heute am 3. April ihren Geburtstag feiern.

Unermüdlich hinterlässt Sie damals wie heute bleibenden Eindruck durch ihr Handeln und Tun, ihre Vorträge, Bücher und ihre Art mit erlebten Geschichten einen Gedanken einzupflanzen.

Ein Gedanke ist sehr wertvoll. Er wächst zu einem Traum heran und der Traum kann zur Realität werden. Und dann kämpft man für diesen Traum. Genau das tut Jane Goodall als Hoffnungsträgerin im Kampf gegen Umweltzerstörung und Ungerechtigkeit.

Umso schwerer fällt es ihr, ihren Geburtstag dieses Jahr daheim in Bournemouth, an der Südküste Englands, zu verbringen. Jane hat sich in selbst auferlegte Quarantäne begeben. Konnten wir letztes Jahr noch gemeinsam feiern und für Janes 85. Geburtstag eine wundervolle Abendveranstaltung organisieren, so feiern wir dieses Jahr in spiritueller Verbindung und schicken Jane die besten Wünsche und viel Gesundheit.

Jane hat anlässlich ihres 86. Geburtstags eine Videobotschaft als Dankeschön vorbereitet. Sie schickt uns ihre aufmunternden Worte in dieser vom Coronavirus dominierten Zeit.

Janes größter Wunsch ist es, dass wir in dieser schwierigen Zeit füreinander da sind und egoistisches Handeln hinter uns lassen. Genau das tun wir weiterhin!

Unsere Arbeit zum Schutz der tropischen Regenwälder und die Fürsorge gegenüber unseren nächsten Verwandten darf nicht zum Erliegen kommen. Das Virus hat auch das Leben in Afrika eingedämmt. Wissenschaftlerinnen, Mitarbeiterinnen, Patrouillen und Unterstützerinnen fehlen vor Ort und damit wichtige Menschen, die der Wilderei Einhalt gebieten könnten.

Helft uns, diese Krise auch in Afrika zu überwinden. Spendet für Jane Goodalls Herzensprojekte und helft damit denen, die keine Stimme haben um sich zu verteidigen.

Unterstützt uns bei der Versorgung unserer Schützlinge und werdet Pate für einen verwaisten Schimpansen.

Werdet selbst aktiv, gründet eine Roots & Shoots Gruppe oder tretet uns als Mitglied bei. Hier zeigen wir Euch weitere Möglichkeiten auf.

Corona Virus Weltkugel

Hilfe zur Hilfe in Zeiten von Corona.

Das Corona Virus hat uns nun alle im Griff. Das öffentliche Leben pausiert. Schulen, Universitäten und Kindertagesstätten sind geschlossen. Das ist absolut nötig und auch gut so, um uns alle und besonders die älteren Menschen und diejenigen mit Vorerkrankungen zu schützen. Dies muss uns nicht dazu anhalten, in Panik zu geraten, aber wir sollten den Ernst der Lage erkennen und die Vorschriften und Vorkehrungen einhalten. Auch wenn das Thema in den Medien nahezu omnipräsent ist, möchten wir Euch im Sinne der Leitgedanken Jane Goodalls dazu auffordern, weiterhin stets Gutes für Mensch, Tier und Umwelt zu tun. Geht mit Umsicht und Vorsicht durch diese Zeit! Zunächst einmal ist das oberste Gebot, Abstand zu halten und auf unnötige Termine sowie Aktivitäten und Besuche zu verzichten. Es ist im Moment einfach das Beste für uns alle, denn wir haben nahe stehende Personen, für die das Virus gefährlich werden kann. Auch jüngere Menschen mit Vorerkrankungen sind davon betroffen. Doch auch und gerade, weil wir Kontakte vermeiden müssen, sollten wir dennoch für Menschen da sein, die uns jetzt brauchen. Durch die sozialen Medien sind Kontakte in anderer Form möglich. Außerdem gibt es verschiedene Möglichkeiten zu helfen. Wir haben hier einige Vorschläge aufgelistet, wie wir auch in diesen Zeiten etwas im Sinne von Roots & Shoots bewegen können:

Wir können für Menschen, die Hilfe brauchen, einkaufen. Hier gibt es in den meisten Städten und Gemeinden bereits organisierte Plattformen. Außerdem sollten wir trotz des Kontaktverbotes auch für Menschen da sein, die jetzt einsam sind. Einige Seniorenheime und Krankenhäuser haben Sammelstellen für Briefe an die Bewohner und Patienten eingerichtet. Dort können Briefe aller Art abgegeben werden. Ein netter Brief, oder auch ein kleines Geschenk kann aufmuntern und Hoffnung schenken, auch wenn er anonym ist. Eine solche Aktion, an der ihr Euch beteiligen könnt findet ihr hier: http://www.unendlichgeliebt.de/. Erkundigt Euch zu ähnlichen Aktionen am besten bei Euch vor Ort.

Eine weitere Aktion, die Freude und Hoffnung schenkt, ist etwas für die Musikalischen unter Euch. Unter dem Motto „Musizieren gegen die Corona-Angst“ musizieren jeden Abend um 19.00 Uhr Musiker und Hobbymusiker jeder Art von Balkonen und aus den Fenstern.

Doch auch stille Zeichen können wirken: Die Regenbogenaktion lädt dazu ein, einen Regenbogen zu basteln und ins Fenster zu hängen. Diese Aktion richtet sich in erster Linie an Kinder, die damit anderen Kindern zeigen, dass sie nicht allein sind. Aber der Regenbogen, der seit jeher ein Zeichen der Hoffnung ist, kann auch die Erwachsenen erfreuen. Manche schreiben auch einfach nette Botschaften in den Farben des Regenbogens. Inspirationen dazu könnt ihr hier finden: https://bit.ly/2WJZBqE

Vielleicht ist ja eine passende Aktion für Euch dabei. Also hoffen wir auf das Beste. Hoffen wir darauf, dass für uns das alltägliche Leben bald wieder möglich ist, und treten wir auch jetzt für das Gute ein, wo wir können.

Bleibt gesund und passt auf Euch auf!

Euer Roots & Shoots Team

Videobotschaft Dr. Jane Goodall zum Corona Virus

Jane Goodalls Videobotschaft zur Ausbreitung des Corona Virus.

In ihrer Videobotschaft spendet Jane Goodall Mut und Kraft an alle Menschen, die aktuell weltweit vom Corona Virus betroffen sind. Insbesondere der Bevölkerung Chinas, die momentan wohl am meisten unter dem Ausbruch leidet und schreckliche Zeiten durchlebt, drückt sie ihr Mitgefühl aus. Zugleich weist sie aber auch auf die Zusammenhänge zwischen unserem Verhalten gegenüber wildlebenden Tieren und dem Entstehen solcher Epidemien hin. Solange wir aus fragwürdigen Gründen, sei es Konsum, Zurschaustellung oder Aberglauben, Tiere ihres natürlichen Lebensraumes berauben, gefährden wir unmittelbar auch unseren eigenen Fortbestand. Alles steht in Abhängigkeit zueinander.

NEU: Das Jane Goodall Institut Deutschland ist nun auch auf LinkedIn vertreten. Wir freuen uns darauf uns hier direkt mit Euch austauschen zu können. Folgt uns!

Dr. Jane Goodall spricht in der Aula der FAU Nürnberg-Erlangen

Jane Goodall besucht Nürnberg anlässlich der Biofach 2020.

Die Zusammenfassung eines wunderbaren Tages zwischen Biofach und Friedrich-Alexander-Universität.

Es war ein wunderbarer Auftakt anlässlich Dr. Jane Goodalls Besuch hier bei uns in Deutschland. Die feierliche Eröffnung der Biofach 2020 und Keynote war nur eine von insgesamt zwei inspirierenden Vorträgen Janes am vergangenen Mittwoch.

Zwischen beiden Vorträgen war es Jane und uns ein besonderes Anliegen Schrot&Korn für ihre jahrelange informative Verbreitung von Bio-Landbau, fairem Handel und einer nachhaltigen Alltags­gestaltung den Jane Goodall Award 2020 zu verleihen. Die Auszeichnung wird seit 2017 vergeben und soll einen positiven Beitrag zur öffentlichen Wahrnehmung der Belange des Umweltschutzes leisten.

Am Abend fanden dann über 800 Besucher den Weg zur Aula der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, um gemeinsam mit Jane den Wandel zu gestalten. Die Abendveranstaltung unter dem Titel „Time for Change“ krönte einen langen und inspirierenden Tag für alle die gekommen waren. Es ist und bleibt immer wieder beeindruckend in hoffnungsvolle und motivierte Gesichter zu blicken. Wir hoffen, dass Janes Energie euch allen lange erhalten bleibt.

Liebe Besucher, Unterstützer, Freunde und tatkräftige Helfer: dass der Tag so herzlich und inspirierend war, ist euch zu verdanken. Wir danken euch herzlich für euer Erscheinen und dass ihr Teil des Abends wart. Eine Veranstaltung lebt von ihren Gästen!

Wir bedanken uns sehr herzlich bei unseren Freunden Bernward Geier, Frank Braun, Konrad Ehelebe, und natürlich beim gesamten Team der Bluepingu e.V. für die wunderbare Zusammenarbeit und Organisation.

Vielen Dank an die Geschäftsführung und das gesamte Team der Messe Nürnberg und Biofach. Ein ganz besonderes Kompliment geht an dieser Stelle an Barbara Böck, Verena Albrecht und Franziska Stacioious. Ihr wart immer an unserer Seite. Herzlichen Dank!

Und natürlich möchten wir uns wie immer bei Steffen Horak bedanken. Deine Bilder und ganz besonders dein Engagement sind herausragend.

Ihr alle habt diesen wunderbaren, inspirierenden und unvergesslichen Tag gestaltet und dafür nochmals Herzlichen Dank!

Dr. Jane Goodall im Showpalast München

Dr. Jane Goodall besucht Nürnberg und eröffnet BIOFACH 2020.

„Time for Change – Gemeinsam den Wandel gestalten“.

Dr. Jane Goodall eröffnet am 12. Februar 2020 die nächste Ausgabe des größten Branchentreffs des internationalen Biolebensmittel und Naturkosmetik-Sektors – die BIOFACH und VIVANESS 2020. Damit verbunden findet am gleichen Tag eine Abendveranstaltung in der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mit Dr. Jane Goodall statt.

Ihr seid herzlich eingeladen:

Mittwoch, 12.2.2020 um 19:30 Uhr – FAU Campus Aula,  Regensburgerstr. 160, Nürnberg – nach „First come, first serve”.

Der Eintritt ist frei! Damit sind wir auf eure Spenden angewiesen, die den Projekten des Jane Goodall Institut – Deutschland e.V. zugute kommen.

Petra Wolf, Mitglied der Geschäftsleitung, Nürnberg Messe zum Besuch von Dr. Jane Goodall:

„Es ist uns eine Ehre, dass Dr. Jane Goodall DBE, unsere Einladung angenommen hat! Die gesamte Branche darf sich mit der Keynote der Primatenforscherin, Umweltaktivistin und UN Friedensbotschafterin, bereits am ersten Tag von BIOFACH und VIVANESS 2020 auf ein großartiges Highlight freuen! Sie ist eine tief beeindruckende und inspirierende Frau, die wie keine für den Artenschutz, nicht nur mit ihrem Engagement für die Schimpansen, steht und damit kaum näher an den Werten der Bio-Branche sein könnte. Sie wird die Bio-Bewegung mit ihren Worten sicherlich bewegen! Wir alle sehen ihrem Auftritt und ihrer Präsenz mit Vorfreude und Spannung entgegen!“