Die Wespen sind los!

Wir erklären Euch, warum Wespen so wichtig sind und wie man gut mit ihnen auskommt.

Der Hochsommer ist für viele von uns die schönste Zeit des Jahres. Die Wärme und der Sonnenschein locken uns alle nach draußen. Sehr gerne sitzt man dann auch beim Essen draußen. Ein Eis oder eine herzhafte Mahlzeit im Freien machen den Sommertag perfekt. Doch damit sind wir dann häufig nicht allein. Ab Ende Juli bis in den Herbst hinein ist die Hauptsaison für aufdringliche Wespen und die können so ein gemütliches Essen an der frischen Luft massiv stören. Hat eine Wespe die Köstlichkeiten erstmal entdeckt, gesellen sich oft noch gleich weitere Artgenossen hinzu. Das Problem dabei ist: Wespen werden bei hektischen Bewegungen um sie herum schnell aggressiv und können dann stechen. Das wird vor allem für die Menschen zum Problem, die allergisch auf Wespenstiche reagieren. Bei alldem kann man leicht denken, dass Wespen zu nichts taugen und nur Ärger machen. In Wirklichkeit sind sie wichtiger, als wir denken und lange nicht alle über einen Kamm zu scheren. Wir erklären euch, warum Wespen für unsere Umwelt eine nützliche Rolle einnehmen und auch, wie ihr euch vor ihnen schützen könnt.

Was man über die Wespe wissen sollte.

In Deutschland kommen mehr als 630 Wespenarten vor, zu denen auch die friedfertigen Hornissen zählen. Bei uns tauchen nur zwei Arten als ungebetene Gäste an unseren Esstischen auf: die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe. Alle anderen Wespenarten, wie die sächsische Wespe oder die gallische Feldwespe interessieren sich gar nicht für unser Frühstück. Sie bevorzugen Blütennektar und andere kleine Insekten. Damit stehen sie, was das Bestäuben von Blüten angeht, den wesentlich beliebteren Bienen in nichts nach.

Aber auch die zwei „nervigen“ Wespenarten machen sich nützlich, unter anderem durch das Besäuben von Blüten. Während der Aufzucht ihrer Brut zeigen sie sich selten an unseren Esstischen. Hierzu benötigen sie eiweißreiche Nahrung, für die sie Fliegen, Raupen, kleine Spinnen und Blattläuse, sowie Baumschädlinge jagen. Dadurch sind Wespen natürliche Schädlingsbekämpfer, was sie bei Förstern sehr beliebt macht. Bei der Fütterung scheiden die Larven ein Sekret aus, wovon sich die fütternden Wespen ernähren können. Die Aufzucht der Brut endet ungefähr Anfang August. Erst ab diesem Zeitpunkt sind die Wespen dann auf der Suche nach energiehaltiger Nahrung für sich selbst. Dafür bevorzugen sie süße Nahrungsmittel in Form von z.B. Fallobst oder eben den süßen Leckereien auf unseren Tischen.

Wie wir am besten mit Wespen umgehen.

Auch wenn wir uns von ihnen gestört fühlen, sollten wir die Wespen nicht einfach erschlagen. Sie stehen nämlich, wie auch Bienen und Hummeln, unter Naturschutz. Auch sollte man sie nicht anpusten, da das Kohlendioxid in der Atemluft sie in Alarmbereitschaft versetzt. Es gibt andere Methoden, um sich vor den ungebetenen Gästen zu schützen. Eine Möglichkeit ist es, die Wespen mit einer mit Wasser gefüllten Sprühflasche zu besprühen. Das imitiert Regen, was die Wespe dazu veranlasst, in ihr Nest zu fliehen. Diese Methode funktioniert jedoch nicht immer zuverlässig. Eine bessere Methode ist, die erste kommende Wespe mit einem umgestülpten Glas zu fangen und erst wieder freizulassen, wenn der Tisch abgeräumt ist. So vermeidet man, dass diese erste Wespe beim zweiten Anflug ihre Kollegen mitbringt.

Eine weitere gängige Methode ist der „Wespenteller“. Man stellt in einiger Entfernung zum Essplatz einen Teller mit süßen Kostproben (Marmelade oder etwas überreifem Obst) bereit, an denen die Wespen sich bedienen können. Generell sollte man sich in der Nähe von Wespen ruhig verhalten, um sie nicht zu stressen und aggressiv zu machen. In der Regel sind sie friedliche Zeitgenossen, die nur stechen, wenn sie sich bedroht fühlen. Hat eine Wespe dennoch zugestochen, sollte man den Stich gut kühlen. Auch Essig, Zwiebelsaft, Zitronensaft, Spitzwegerichblätter oder zerriebene Tomatenblätter können Schmerzen, Juckreiz oder Schwellungen lindern.

Achtung! Gläser und Flaschen sollten jederzeit abgedeckt werden, wenn sie auf dem Tisch stehen. Häufig landen Wespen in Getränken, die dann versehentlich verschluckt werden können. In diesem Fall sollte man sofort den Notarzt kontaktieren, da ein Wespenstich im Hals durch das Anschwellen zum Ersticken führen kann.

Das Wespennest.

Wespen bauen ihre Nester gerne an Häusern. Typische Orte sind unter dem Dach oder in Rollladenkästen. Grundsätzlich gilt: Keine Panik! Wichtig ist es, die Wespen nicht zu stören. Wenn man nicht direkt in ihre Flugbahn läuft und abends kein Licht bei geöffnetem Fenster macht, hat man in der Regel seine Ruhe. Sollte es doch Probleme geben, kann man sich bei der örtlichen Naturschutzbehörde informieren. Eine Fachkraft kann ein Wespenvolk eventuell auch umsiedeln. Ohnehin sterben die Wespen nach dem ersten Frost ab. Erst dann kann und sollte man das Nest entfernen. Alte Nester werden nie neu bevölkert. Wenn jedoch Überreste des Nestes zurückbleiben, kann dies im nächsten Jahr eine neue Königin dazu verleiten, an der „bewährten“ Stelle ein neues Nest zu bauen.

Wespennester sind ästhetische und kunstvolle Gebilde. Sie bestehen aus einer papierähnlichen Substanz, welche die Wespen aus morschem Holz und Speichel herstellen. Es lohnt sich, entfernte Nester im frühen Winter einmal genauer zu betrachten.

Generell gilt: Niemand muss Wespen mögen! Man sollte sich aber ihre Nützlichkeit bewusst machen. Auch die vermeintlich nervigen Wespenarten nehmen im Ökosystem eine wichtige Rolle ein, weshalb man sie respektieren und schützen sollte.

Wenn Du selbst etwas tun willst, beispielsweise selbst dazu beitragen möchtest die Artenvielfalt in deiner Stadt zu erhalten – informiere Dich bei uns, ob es in Deiner Stadt bereits eine aktive Roots & Shoots Gruppe gibt oder gründe selbst eine Gruppe mit Deinen Freunden, in der ihr eure Wünsche verwirklichen könnt. Wir helfen Euch dabei!

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