Ein kleiner Reisebericht aus Tansania

Share on facebook
Share on twitter
Share on email

Im März wurde mein großer Wunsch wahr, für das Jane Goodall Institut (JGI) Deutschland nach Tansania zu reisen, um vor Ort Erfahrungen in den Natur- und Tierschutzprojekten zu sammeln und die Arbeit zu dokumentieren. Gemeinsam mit anderen Freiwilligen sollte ich in den kommenden Monaten das Team in Dar es Salaam unterstützen.

Ich freute mich riesig über diese Möglichkeit. Die Ankunft schien perfekt geplant zu sein, denn ich kam mit dem Beginn der Regenzeit an. Ein guter Zeitpunkt um die Mitarbeit dort zu beginnen, denn dann beginnt die Hauptsaison des Baumpflanzens. Das Team und die Volontäre in Dar, wie die quirlige Hauptstadt von ihren Einwohnern liebevoll genannt wird, unterstützen die „Roots & Shoots“- Gruppen, Schulen und Gemeinden insbesondere bei der Wiederaufforstung.

Jane Goodalls „Roots & Shoots“-Programm hat in Tansania eine besondere Geschichte. Hier wurde es 1991 von Jane und zwölf tansanischen High-School-Schülern aus neun Schulen gegründet. Heute sind über 400 Schulen alleine in Dar mit den vielfältigsten “Roots & Shoots”-Gruppen aktiv. Und insgesamt ist das Programm bereits in über 130 Ländern vertreten, auch in Deutschland.

Meine erste Erfahrung mit dem Baumpflanzungs-Projekt machte ich im Pugu Nature Hill Forest. Ein wunderschönes Naturschutzgebiet, dass ca. 20km außerhalb der Stadt liegt. Hier angekommen rückt die Millionenstadt mit ihren Menschenmengen und vom Verkehr verstopften Straßen gleich ganz weit in die Ferne. Die jungen Bäume, die gepflanzt werden, sind selbst gezogen. Die benötigten Setzlinge werden von Hand ausgesät und über den Winter großgezogen, unter anderem von freiwilligen Helfern in der Baumschule in Pugu. Dasselbe geschieht in vielen weiteren Baumschulen in den Gemeinden und Schulen. Daneben kommen auch Schulklassen- und Studentengruppen in das Naturschutzgebiet, um über die Natur, ihr Artenreichtum, Klima und Klimawandel zu lernen.

In der Planungszeit und während meiner Ankunft war Tansania nicht von dem Corona-Virus betroffen und eine Entwicklung, wie wir sie in der Zwischenzeit kennen, auch nicht absehbar. Jedoch wurde schon in den ersten Tagen klar, dass alles doch etwas anders war. Das Virus, wenn auch noch nicht im Land, nahm bereits seinen Einfluss. So blieben mein Teamkollege und ich als Neuankömmlinge dem Büro erstmal fern. Und auch die geplanten Besuche in den Schulen und die für uns so liebevoll vorbereitete Begrüßungsfeier sollten erst in zwei Wochen stattfinden. Dies war wichtig, denn keiner von uns wollte unfreiwillig das Virus reinbringen. Doch leider erreichte das Corona-Virus in dieser Zeit dennoch Tansania.

Aufgrund der veränderten Situation mussten alle internationalen Freiwilligen das Land schnellstmöglich verlassen. Einerseits um uns selbst, vor allem aber auch, um die Teams des Jane Goodall Instituts zu schützen, die nun alle Kräfte bündeln mussten, um aktiv gegen das Virus und seine Folgen angehen zu können.

Es war gerade erst der Beginn und wir hatten noch viele weitere wunderbare Projekte vor. Für April war unter anderem ein „International Volunteers Camp“ geplant, bei dem alle JGI Büros Tansanias und deren internationale Freiwillige zusammengekommen wären, um sich auszutauschen und gemeinsam an den Projekten zu arbeiten. Alle hatten bereits viel Mühe und Arbeit in die Planungen der kommenden Monate gesteckt.

Das alles muss nun erstmal warten, bis es in naher Zukunft eine Fortsetzung geben kann. Ich habe Tansania und seine Menschen in der kurzen Zeit bereits tief in mein Herz geschlossen und hoffe, dass ich schon sehr bald dorthin zurückkehren kann. Jetzt ist es zunächst das Wichtigste, dass alle Mitarbeiter und freiwilligen Helfer in Afrika gesund bleiben, die Schimpansen geschützt werden und die Schutzstationen und -gebiete aufrecht erhalten werden können. Das Virus ist überall eine Herausforderung, jedoch in einem Land wie Tansania, wo die Lebensumstände wesentlich schwieriger sind, umso mehr. Deshalb freuen wir vom Jane Goodall Institut Deutschland uns besonders, wenn Sie uns in dieser fordernden Zeit mit Ihrer Spende unterstützen.

Neueste Beiträge

No Waste November 2020

No Waste November 2020.

Es ist wieder soweit: Die globale Roots & Shoots Kampagne #NoWasteNovember findet bereits zum vierten Mal statt. Die einmonatige Kampagne soll Menschen dabei unterstützen, individuell
Weiterlesen »

    Vielen Dank. Ihre E-Mail Adresse ist nun in unserem Verteiler und wir halten Sie von nun an auf dem Laufenden!
    Immer auf dem laufenden bleiben! Newsletter abonnieren.