Gefährdung von Seen

Gefährdung von Seen

Gefährdung von Badeseen in Deutschland

Algenwachstum? Mikroorganismen? “Umgekippte Seen”? Das klingt vielleicht erstmal verwirrend. In unseren Badesee geht aber so einiges ab. Damit unsere Seen gesund bleiben, dürfen einige Einflüsse nicht überhandnehmen. Du willst wissen, wer oder was bei der Gefährdung von Seen eine Rolle spielt? Wir verraten es dir.

See verstehen

Bei heißen Temperaturen freut sich Mensch und Tier über eine kühle Erfrischung im Wasser. Gewässer sind aber nicht einfach nur große Gruben, die mit Wasser gefüllt sind. Genauso wie in einem Wald unzählige kleine und große Lebewesen zusammenarbeiten und für ein gesundes Gleichgewicht sorgen, passiert dies auch in und an Gewässern. Dieses System kann durch menschliche Einflüsse aber aus dem Gleichgewicht geraten. Damit du auch viele weitere Sommer in den See nebenan hüpfen kannst, ist es gut zu wissen, welchen Gefahren er ausgesetzt ist. Und noch viel wichtiger: Wie jeder von uns sich verantwortungsvoll verhalten kann.

Einflüsse aus der nahegelegenen Umwelt

Im Seewasser sind natürlicherweise verschiedene Nährstoffe enthalten. Es gibt Seen, die von Grund auf nährstoffarm- oder reich sind. Die verschiedenen Tiere, Pflanzen, Algen, Bakterien, usw. in diesen Seen leben, sind an diesen Nährstoffgehalt angepasst. In Deutschland sind nur wenige Flächen unberührt. Das bedeutet, dass die meisten Seen im engeren Umkreis von Straßen, Feldern und Wohngegenden umgeben sind. Einige Stoffe aus dieser nahegelegenen Umwelt, landen auch im See, wie z.B. Reifenabrieb und Öl von Autos sowie Abwasser. Eine besonders große Rolle spielt aber die Landwirtschaft. 

Einflüsse aus der Landwirtschaft

Damit die Pflanzen, die wir später essen wollen, gut wachsen können, werden sie gedüngt. Im Dünger sind verschiedene Stoffe enthalten; unter anderem auch Phosphor und Nitrat. Diese Stoffe brauchen die Pflanzen zum Wachsen. Es kann aber auch schnell passieren, dass die Menge an Dünger zu viel ist und die Pflanzen das alles nicht aufnehmen können. Dann bleiben die Stoffe also im Boden und gelangen letztlich durch Regen, Bäche oder das Grundwasser auch im See. Hier führen sie dazu, dass das Pflanzen- und Algenwachstum beschleunigt wird. 

Wenn der See viel mehr mit Pflanzen und Algen gefüllt ist, wird es Unterwasser natürlich auch dunkler, weil nicht mehr so viel Licht durchkommt. Manche Lebewesen sind aber auf eine bestimmte Lichtmenge angewiesen und können sterben, wenn der See zu dunkel ist. So kann also viel “totes Material” entstehen. Aber auch die Lebensdauer der neu gewachsenen Algen und Pflanzen ist nicht unendlich. Auch sie werden nach einer Zeit zu totem Material. Es sterben nun also viel mehr Lebewesen auf einmal, als es sonst der Fall wäre. 

See von Oben umgeben von Feldern und Straßen als Gefährdung von Seen

Sauerstoffmangel für Seebewohner

Genau wie tote Blätter und Tiere an Land von Bakterien und Würmern zersetzt werden, geschieht dies auch im Wasser. Winzige Mikroorganismen machen sich dabei an die Arbeit. Bei dem Vorgang verbrauchen sie jedoch Sauerstoff. Weil sie nun eine viel größere Menge an totem Material als sonst zersetzen müssen, wird auch viel mehr Sauerstoff verbraucht. Genau wie wir Menschen Sauerstoff zum Atmen brauchen, sind auch viele Unterwasserlebewesen darauf angewiesen. Jetzt kann es so weit kommen, dass die Mikroorganismen beim Zersetzen so viel Sauerstoff verbrauchen, dass der Gehalt im Wasser für viele Lebewesen zu niedrig wird. Was folgt? Sie sterben und somit entsteht noch mehr totes Material. 

Grüner Frosch sitzt in See mit Algen als Gefährdung von Seen

Fataler Kreislauf – Der See Kippt

Nun hat man also einen Kreislauf, bei dem Sauerstoffmangel zu mehr totem Material führt; das tote Material wieder abgebaut wird und zu noch mehr Sauerstoffmangel führt. Das kann sich so lange fortsetzen, bis nahezu alle Lebewesen im Wasser tot sind. Dann ist der See “umgekippt”. 

Wie Du die Gefährdung von Seen reduzieren kannst

Die Lebewesen in und an einem See können durch viele Einflüsse zu Schaden kommen. Du selbst kannst bei deinem Besuch am See darauf achten, den See nicht zusätzlich zu belasten. 

  • Lass deinen Müll nicht liegen, sondern entsorge ihn oder nehme ihn mit. Du kannst auch bereits herumliegenden Müll einsammeln.
  • Füttere die Tiere im See nicht. Übriggebliebenes Futter und Ausscheidungen können den See belasten.
  • Wenn du zur Toilette musst, tu dies nicht im Wasser.
  • Gehe nicht durch den Schilf, um ggf. brütende Vögel nicht zu stören. 
  • Vermeide es, zu viel Öl ins Wasser zu tragen (z.B. Haarpflegeprodukte, die noch am Haar haften). Dusche dich lieber vorher einmal ab.  
  • Respektiere Ruhezonen und beachte Aushänge und Schilder.

Was außerdem langfristig helfen kann: 

  • Kläre deine Freunde und Bekannte über die Gefährdung von Seen auf. 
  • Setze dich dafür ein, dass die direkt angrenzenden Flächen um einen See herum nicht bebaut oder landwirtschaftlich genutzt werden.

Werde aktiv mit Roots & Shoots

Wenn du ein Projekt zum Thema Gewässer machen möchtest, kannst du dich gerne bei uns melden. Wir können dir bei der Ideenfindung und Umsetzung helfen.

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