Mikroplastik: Weniger fürs Meer - Jane Goodall Institut - Deutschland

Mikroplastik: Weniger fürs Meer

Abfall aus Plastik, Fischernetzen und Seilen an einem Strand.

Foto: Amin Safaripour, Unsplash

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Plastik ist aus dem Alltagsleben leider nicht mehr wegzudenken. Besonders Einwegverpackungen aber auch viele Alltagsgegenstände sind aus Plastik. Das Problem ist, dass sich Plastik nicht auf natürliche Weise abbaut. Es wird von Wind und Wetter zerborsten und zerfällt dabei in Kleinstteile, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Eine Plastiktüte braucht beispielsweise etwa 20 Jahre, bis sie abgebaut ist. Andere Teile brauchen mitunter 50 Jahre oder länger. Diese Kleinst-Plastikteile verbreiten sich besonders in zwei Varianten: Entweder durch Wind, es gelangt also in die Luft, oder ins Grundwasser. So landet das Plastik letztlich auch in den Meeren.

„Eine Plastiktüte braucht beispielsweise etwa 20 Jahre, bis sie abgebaut ist. Andere Teile brauchen mitunter 50 Jahre oder länger.“

Zahlreiche Meerestiere fressen es, werden krank und sterben daran. Ebenso können sie sich darin verheddern, was ebenfalls tödlich enden kann. Bilder von Meerestieren mit eingewachsenen Plastiknetzen oder anderen Plastikteilen sind mittlerweile relativ bekannt geworden. Genauso schädlich wie im Meer ist das Plastik jedoch auch in Feld, Wald und Wiese, wo es den dort lebenden Tieren ähnlichen Schaden zufügt. Das Mikroplastik kann sich so auch in den Böden ablagern. Fest steht: Plastik ist schädlich, egal ob als Mikroplastik oder in größerer Form. Durch seine Ausbreitung und durch die Nahrungskette – beispielsweise, wenn man Fisch und Meeresfrüchte isst – betrifft es auch uns Menschen. Tatsächlich konnte Mikroplastik im menschlichen Organismus bereits nachgewiesen werden.

Vermüllte Strände und Natur
Einwegverpackungen aus Plastik stellen ein massives (Müll)Problem dar. Foto: Antoine Giret, Unsplash

Wo wir Mikroplastik finden können

Leider findet sich Mikroplastik in vielen Produkten, wo wir es nicht erwarten würden. Eine große Quelle für Mikroplastik stellt unsere Kleidung dar. Dazu gehören Fleece und jede Form von künstlichen Polyesterstoffen. Während dem Waschen lösen sich die Mikroplastikpartikel (ca. 2000 pro Kleidungsstück) und gelangen so direkt ins Abwasser. Ca. 35% des Mikroplastiks im Meer stammt vom Faserabrieb der Wäsche. Leider gelangt das Plastik so nicht nur ins Meer, sondern auch über den Klärschlamm als Teil der Düngemittel auf die Felder. Auch Spülschwämme und Putzlappen verursachen Mikroplastik, ebenso Spül- und Waschmittel. Auch in Kosmetikartikeln werden Kunststoffteilchen gezielt eingesetzt: Teilchen von Polyethylen eignen sich als Bindemittel von Flüssigkeiten. Zudem reiben sie alte Hautschüppchen weg. Was besonders erschreckend wirken mag: Mikroplastik gelangt in das Wasser von Plastikflaschen, wodurch wir es ganz leicht aufnehmen können. Besonders betroffen sind Mehrweg-Plastikflaschen, bei denen sich durch die Reinigung das Plastik abrieb. Selbst in Glasflaschen konnten Mikroplastik-Partikel nachgewiesen werden. Hier wird vermutet, dass sie ebenfalls während der Reinigung über Spülmittel hineingelangten. Mikroplastik ist leider fast schon überall. Lediglich in Steinen, tiefen Erdschichten und Pflanzen konnte bislang kein Mikroplastik nachgewiesen werden.

Wie gefährlich ist Mikroplastik für den Menschen

Diese Frage kann nicht abschließend beantwortet werden. Fest steht: Gesund ist es nicht. Das aufgenommene Mikroplastik kann sich in unserem Gewebe ablagern. Allerdings ist der Körper in der Lage, ähnliche Kleinstpartikel, wie beispielsweise Sandkörner abzuwehren. Dies geschieht über die Schleimhäute in Mund, Nase, Rachen und im Darm. Eventuell können kleine Mengen an Mikroplastik auch ausgeschieden werden. Da Mikroplastik allerdings kein natürlich vorkommender Stoff ist, kann es sich eventuell doch ablagern und sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Langzeitstudien zu diesem Thema gibt es bisher nicht. Auch ist unklar, ob wir die Partikel einatmen können.

Möwe mit Plastik
Vögel und Meerestiere z.B. fressen Plastik als vermeintliche Nahrung oder verfangen sich in Netzen, Tüten und anderen Teilen. Und letztlich müssen sie leidvoll daran verenden. Foto: Tim Mossholder, Unsplash

Was können wir gegen Mikroplastik tun?

Unsere Kleidung – Zunächst einmal kann man bei der eigenen Kleidung auf das Material achten. Wer Stoffe aus natürlichem Material kauft, kann die Menge des Mikroplastiks im Abwasser schon erheblich verringern. Auch auf bedruckte Kleidung, wie beispielsweise bedruckte T-Shirts oder Pailletten sollte man verzichten. 

Kosmetik – Hier muss man das Kleingedruckte lesen. Inhaltsstoffe wie Polyquaternium (PQ) oder Polyethyle (PE) sind Mikroplastik. Naturkosmetik oder Haarseifen sind eine gute Alternative.

Als Konsument – Einwegtüten sollte man vermeiden und auf wiederverwendbare Stoffbeutel zurückgreifen. Obst und Gemüse, das vor dem Verzehr gründlich gewaschen, geschält, gekocht oder gebraten wird, kann man ohne Bedenken auch lose kaufen. Auch in sogenannten „Unverpacktläden“ kann man einkaufen gehen. Für den Coffee-to-go kann man zum Beispiel einen Mehrwegbecher benutzen. Auch für Strohhalme gibt es Alternativen. Aus stabilem Glas oder Metall lässt er sich reinigen und immer wieder verwerten.

Müll sammeln – Eine Möglichkeit, den Plastikanteil in der Landschaft zu verringern, ist es Müll sammeln zu gehen. Daraus kann man zum Beispiel auch ein Projekt gemeinsam mit uns und Roots & Shoots entwickeln. Es kann aber auch der Spaziergang oder der tägliche Weg zur Schule oder zur Arbeit sein, auf dem man Müll sammelt.

Vielleicht konnten wir euch zeigen wie leicht es ist, selbst etwas gegen den übermäßigen Plastikkonsum zu tun. Und auf diese Weise dazu inspirieren selbst aktiv zu werden. Denn schließlich betrifft das Problem Mensch, Tier und Umwelt und damit letztlich jedes Lebenwesen, auch uns.

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