Tiere und Aberglauben - Roots & Shoots klärt auf

Tiere und Aberglauben – Roots & Shoots klärt auf

Tiere und Aberglauben
Halloween steht vor der Tür und “unheimliche” Tiere und Aberglauben machen sich breit. Besonders werden schwarze Katze, Fledermaus und Co. als Vorbilder für Kostüme- und Dekoration genutzt. Aber sind diese Tiere wirklich grusliger als andere? Oder spielen sie sogar eine wichtige Rolle in unserem Ökosystem? Roots & Shoots klärt auf!
Was wird an Halloween eigentlich gefeiert? 

Das Fest geht auf das Volk der Kelten zurück. Sie feierten an Halloween den Beginn des Winters. Außerdem begann nach keltischem Kalender an diesem Datum das neue Jahr. Damit verbunden war der Glaube, dass man an diesem Tag mit den Verstorbenen Kontakt aufnehmen könne. Um an diesem Tag vor bösen Geistern aus der Unterwelt sicher zu sein, verkleidete man sich mit gruseligen Kostümen und zündete Lagerfeuer an, um die Geister abzuwehren. Durch das Christentum bekam das Fest eine neue Bedeutung. Es wurde vor das Fest „Allerheiligen gelegt und als „All Hallows Eve“ bezeichnet, was frei übersetzt der Vorabend aller Heiligen bedeutet. Es ging also nun darum, alles Böse für das Allerheiligen-Fest zu vertreiben und nicht “unheimliche” Tiere und Aberglauben zu feiern.  

Tiere und Aberglauben – woher kommt der schlechte Ruf? 

Zu den Tieren, die bis heute durch Aberglauben einen schlechten Ruf haben, gehören unter anderem Fledermäuse. Durch ihr nachtaktives Verhalten, ihr dunkles Aussehen und ihren lautlosen Flug waren sie den Menschen unheimlich. Deshalb wurden sie in Verbindung mit dem Teufel gebracht, der in der Kunst auch häufig mit Fledermausflügeln dargestellt wurde. Die Menschen begannen Fledermäuse gezielt zu töten, einerseits aus Angst vor ihnen, andererseits weil man ihnen magische Kräfte zuschrieb und aus ihren Körperteilen „magische“ Säfte zubereitete. Auch ist verbreitet, dass Fledermäuse Blutsauger sind. Dies ist nicht falsch. Es gibt Fledermausarten, die sich vom Blut anderer Tiere ernähren. Sie kommen allerdings nicht in Deutschland vor. Tatsächlich sind Fledermäuse auch sehr nützlich. Sie fressen schädliche Insekten, bestäuben Pflanzen und sorgen durch ihren Kot außerdem für guten Dünger.  

Im Mittelalter glaubte man, dass schwarze Katzen die Spione der Hexen und des Teufels sind. Der Glaube, dass eine schwarze Katze, die einem von links den Weg kreuzt, Unglück bringt, hält sich hartnäckig. Dies ist auf die Bibel zurückzuführen, wo die rechte Seite als die „gute Seite“ gilt, während die linke Seite dem Bösen gilt. So ergibt sich der Aberglaube, dass die schwarze Katze von links, direkt vom Bösen kommt. Kommt die schwarze Katze allerdings von rechts, soll es Glück bringen. Leider haben schwarze Katzen immer noch schlechtere Vermittlungschancen. Um dem etwas entgegenzusetzen, wird am 17. August der „Welttag der Wertschätzung der Schwarzen Katze begangen (Black Cat Appreciation Day). Letztlich ist es so, wie es der Schriftsteller Max O’Rell ausgedrückt hat: „Ob eine schwarze Katze Glück oder Unglück bringt, hängt davon ab, ob man ein Mensch ist oder eine Maus ist.“ Für uns sind die genauso liebenswert wie andersfarbige Katzen. 

Ähnlich verhält es sich mit Krähen und Raben. Auch sie wurden als „Boten“ des Bösen und der Hexerei gesehen. Vermutlich trug dazu auch die Eigenschaft bei, dass sie Aas (tote verwesende Tierkadaver) fressen. Doch genau deshalb sind sie für das natürliche Ökosystem gerade wichtig. Da sie Aas fressen, räumen sie quasi auf und vermeiden, dass von den Kadavern Krankheiten auf andere Tiere übertragen werden. Außerdem sind Krähen sehr intelligent. Sie können Werkzeuge benutzen und sind in der Lage eine versteckte Ursache für Dinge zu erkennen. Sie wissen beispielsweise, dass ein ohne Wind schaukelnder Zweig von etwas bewegt wird, auch wenn sie es nicht sehen können. 

Auch vor Spinnen gruseln, beziehungsweise ekeln sich viele. Hierfür ist kein klassischer Aberglaube bekannt. Der Ekel ist wohl darauf zurückzuführen, dass Spinnen mit ihrem relativ kleinen Körper und ihren acht langen Beinen in ihren Bewegungen für uns merkwürdig und unschön wirken. Häufig ist der Ekel vor großen Spinnen besonders groß. Wirklich giftige Spinnen gibt es bei uns in Deutschland nicht. Dennoch ist für Allergiker eine gewisse Vorsicht geboten. Durch das milde Klima breitet sich auch die Nosferatu-Spinne in Deutschland mehr und mehr aus. Das betrifft vor allem die Bundesländer Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Doch auch diese Spinnenart, die eigentlich im Mittelmeerraum lebt, ist nicht ernsthaft gefährlich. Ihr Biss kann allerdings in etwa die Wirkung eines Wespenstiches haben. Niemand muss Spinnen mögen, sinnlos töten sollte man sie aber nicht. Sie sind ebenfalls wichtig, da sie schädliche Insekten fressen.  

Wer Tiere und Aberglauben bisher miteinander verbunden hat merkt jetzt, dass die Tiere, die als gruslig und als Gefährten des Bösen gelten, in Wirklichkeit tolle Eigenschaften haben und in der Regel harmlos sind. Natürlich werden die „Grusel-Tiere“ durch Halloween verstärkt als solche wahrgenommen. Doch ihr dürft trotzdem Halloween feiern. Dreht den Spieß einfach um und erklärt euren Freunden, dass Fledermäuse, Krähen und Co. in Wirklichkeit wertvolle und nützliche Lebewesen sind. 

Und wie sieht es mit “Grusel-Gemüse” aus?

Der Brauch der Kürbislaterne kommt aus Irland. Dort verbreitete sich die Legende des Bösewichtes Jack, dem das Himmelreich verwehrt wurde. Da er jedoch zu Lebzeiten den Teufel betrogen hatte, konnte er auch nicht in der Hölle bleiben. So irrte er mit einer ausgehöhlten Rübe umher, die durch ein Stück glühende Kohle in ihrem Inneren den Weg beleuchtete. Aus dieser Legende entwickelte sich in Irland der Brauch, in Rüben Fratzen zu schnitzen und sie als Laterne aufzustellen, um das Böse abzuhalten. Diesen Brauch nahmen die irischen Siedler nach Amerika mit. Da dort Kürbisse häufiger vorkamen und obendrein leichter zu bearbeiten waren, lösten die Kürbisse die Möhren ab. 

Somit wünschen wir euch ein schaurig-schönes Halloween!

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