Unser Umgang mit Wasser - Jane Goodall Institut - Deutschland

Unser Umgang mit Wasser

Ein Mensch hält ein Glas frisches Quellwasser

Foto: Anderson Rian Klwak, Unsplash

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Wo liegen die Probleme und worauf können wir achten?

Wasser ist die Quelle und der Ursprung allen Lebens. Ohne Wasser könnten wir und die meisten anderen Lebewesen auf der Welt nicht leben. Nicht umsonst findet sich in Gewässernähe eine große Artenvielfalt, und auch der Mensch siedelte seit jeher bevorzugt dort an. Für uns ist sauberes und stets verfügbares Wasser kein Problem. Wir müssen nur den Wasserhahn aufdrehen und haben rund um die Uhr sauberes Wasser zur Verfügung. Dies ist nicht überall auf der Welt der Fall. Durch Umwelteinflüsse oder Verschmutzung verschiedener Art kann sauberes Wasser durchaus knapp werden. Wir möchten euch in diesem Artikel mit dem Thema Wasser und den Problematiken vertraut machen und Wege zeigen, wie ihr selbst Wasserverschmutzung oder erhöhtem Wasserverbrauch entgegenwirken könnt. 

Klimawandel und Wasserknappheit

Ein Problem der Wasserknappheit ist der Klimawandel. In vielen Regionen regnet es weniger, wodurch sich auch der Grundwasserspiegel sinkt. Flüsse trocknen vermehrt aus. Fehlt Wasser, hat das eine verheerende Wirkung: Zahlreiche Arten, Tiere sowie Pflanzen können dadurch aussterben. Vor allem bei uns in den westlichen Ländern, ist ein erhöhter Wasserverbrauch festzustellen. Hier mal ein kurzer Vergleich: 2017 lag in Deutschland der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Person bei 123 Litern pro Tag. In Kenia haben dagegen manche Menschen nur 5-10 Liter pro Tag zur Verfügung. Auch die Lebensmittelproduktion verbraucht eine große Menge Wasser. 

Manche Lebensmittel „schlucken“ zu viel Wasser

Besonders hoch ist der Wasserbedarf für die Produktion von tierischen Produkten. Um beispielsweise 1 kg Rindfleisch zu produzieren, benötigt man 2.350 Liter Wasser. Diese hohe Zahl kommt unter anderem durch die Produktion von Futtermitteln und die Reinigung der Ställe zustande. Aber auch der Anbau einiger pflanzlicher Produkte, wie etwa Avocados oder Kaffee verursacht einen hohen Wasserverbrauch. Zahlreiche Produktionsländer sind warme und regenarme Länder wie Spanien, die Türkei oder Ägypten, wo sich der Wassermangel besonders drastisch bemerkbar macht.

Zu viel Mist ist mist!

Auch die Wasserverschmutzung durch die Landwirtschaft ist ein großes Thema. Seit etwa 80 Jahren wird dort meist künstlicher Dünger eingesetzt. Ein erhöhter Phosphor- und Stickstoffgehalt gelangt dadurch in die Gewässer.

Die Überdünung von Feldern führt zu verschiedenen Problemen
Probleme wie z.B. Überdüngung sind in der Landwirtschaft nicht neu. Foto: Pixabay

In der Folge wachsen vermehrt Wasserpflanzen und Bakterien, die regelmäßig auch wieder absterben. Dieses Absterben, beziehungsweise die Zersetzung der Wasserpflanzen und Bakterien verbraucht innerhalb des Gewässers zu viel Sauerstoff. Dadurch sterben zahlreiche andere Lebewesen ab, die in den Gewässern leben. Dieser Prozess wird Eutrophierung genannt. Das Phänomen ist besonders in Seen und stehenden Gewässern ein Problem, da dort das Wasser anders als in Flüssen nicht laufend ausgetauscht wird. In den letzten Jahrzehnten wurde in der Landwirtschaft verstärkt tierische Düngung (Kuhmist) verwendet. Darin befinden sich vor allem Ammoniak und Stickstoff. In der Massentierhaltung fällt ein hohes Maß an Düngemitteln an, welche häufig in zu hohem Maße auf den Feldern verteilt werden. Der Stickstoff dringt als Nitrat ins Grundwasser und damit auch in unser Trinkwasser. Nitrate sind krebserregend und besonders für Säuglinge gefährlich. In Regionen mit erhöhter industrieller Landwirtschaft ist der Nitratgehalt meist deutlich erhöht. Es sollte nicht mehr als 50 mg Nitrat pro Liter im Trinkwasser enthalten sein. 

Gefährliche Pflanzenschutzmittel

Darüber hinaus werden in der industriellen Landwirtschaft zahlreiche Pflanzenschutzmittel (wie z.B. Pestizide, Fungizide, Herbizide) verwendet, die ins Grundwasser gelangen und außerdem zum Insektensterben beitragen. Aber keine Angst: Trotz all dieser Gefahren ist das Leitungswasser bei uns in Deutschland in den meisten Fällen sauber genug, um es zu trinken. Wenn ihr in einer Region mit hoher landwirtschaftlicher Nutzung wohnt, oder euch nicht sicher seid, könnt ihr in eurem örtlichen Gesundheitsamt nachfragen. 

Auch Chemikalien und Mikroplastik gelangen ins Wasser

Zu dieser Grundproblematik kommt die direkte Verschmutzung durch uns Menschen dazu. Abfall aus Industrie und Landwirtschaft gelangt in die Gewässer. Ein großes Problem ist dabei auch die Bekleidungsindustrie. Häufig landen große Mengen an Chemikalien ungefiltert in Gewässern und vergiften Menschen und Tiere. Ein weiteres Problem entsteht durch Mikroplastik, das ins Grundwasser gerät. Leider ist Mikroplastik mittlerweile in vielen Produkten enthalten, so beispielsweise in Haarwaschmitteln, Kosmetik und Textilien. Dieses gelangt mit unserem Abwasser schließlich in die Gewässer und letztlich ins Meer und reichert sich mittlerweile über die Nahrungskette auch in unserem Körper wieder an.

Steiniges Flußbett mit Bäumen
Die Sauberkeit unserer Flüsse und Gewässer ist bedroht. Foto: Andy Mai, Unsplash

Um deinen Wassergebrauch nachhaltiger zu gestalten, gibt es einige Dinge, auf die du im Alltag achten kannst:

1. Trinke Leitungswasser aus einer wiederverwertbaren Wasserflasche

Wasserflaschen aus dem Supermarkt zu kaufen ist weniger nachhaltig als Leitungswasser aus dem eigenen Hahn zu trinken. Wasser aus abgefüllten Flaschen hat meist einen langen Weg mit mehreren Stationen hinter sich. Meist wird es in LKWs hin- und her transportiert, bevor es im Supermarkt landet. Die LKWs verursachen dabei jedes Mal eine Menge CO2. Bei Plastikflaschen kommt zudem das Problem hinzu, dass sie sich über hunderte Jahre zu kleinen Teilchen (Mikroplastik) zersetzen und somit den Meeren und seinen Bewohnern und schließlich auch uns schaden. Eine wiederverwertbare Flasche kannst du überall hin mitnehmen und jederzeit auffüllen. Zudem kannst du Leitungswasser mit Kräutern, Säften usw. etwas aufpeppen.

2. Duschen statt Baden 

Eine mittlerweile schon recht bekannte Devise lautet: Duschen statt Baden. Denn eine volle Badewanne verbraucht im Schnitt 120 l Wasser. Eine Dusche in der Regel 70 l. Auch beim Händewaschen lässt sich Wasser sparen, indem man einfach den Wasserhahn zudreht, während man sich einseift.  

3. Reduziere deinen Fleischkonsum 

Die Produktion von Fleisch und Tierprodukten verursacht einen sehr hohen CO2-Ausstoß und verbraucht sehr viel Wasser. Probier doch mal aus, einmal pro Woche vegetarisch zu essen. Wenn du den Dreh raus hast, kannst du dich auch rein vegetarisch oder vegan ernähren. 

4. Achte auf nachhaltige Kleidung 

Versuche, Kleidung aus recycelbaren Naturmaterialien, wie etwa Bio-Baumwolle oder Holzfasern zu kaufen, sowie darauf zu achten, dass sie mit möglichst ökologischen Färbemitteln behandelt wurden. Wer sich das nicht leisten kann, der kann auch einfach auf Second-Hand-Artikel bzw. Kleidertauschpartys zurückgreifen. Das gute dabei ist, dass man guter Kleidung eine zweite Chance gibt, Müll reduziert und Ressourcen schont. 

5. Richtig Waschen 

Viele Kleidungsstücke, die man nur einen Tag getragen hat, kann man auch erst einmal die Nacht über gut auslüften und noch einmal tragen, bevor sie in die Wäsche wandern. Natürlich sollte die Waschmaschine erst dann angestellt werden, wenn sie gut gefüllt ist, damit sich der Waschvorgang auch lohnt. Wenn möglich, vermeide Weichspüler, denn in ihm sind i.d.R. Chemikalien enthalten, die die Umwelt belasten und auch in Verdacht stehen, Allergien auszulösen. Waschmittelkonzentrate oder selbst gemachtes Waschmittel aus z.B. Waschsoda oder Kastanien sind eine bessere Alternative. Seit neuestem kann man sich auch einen Mikroplastik-Filter in das Abwasserrohr der Waschmaschine einbauen, damit Synthetikfasern nicht ins Abwasser gelangen können. Nach dem Waschen trockne die Wäsche lieber an der Luft, anstatt sie in den Trockner zu werfen. 

6. Was du auf gar keinen Fall herunterspülen solltest 

Viele benutzen das Klo oder Waschbecken, um einige Dinge einfach loszuwerden. Dies ist in den meisten Fällen jedoch keine gute Idee. Medikamente, Essensreste oder benutzte Hygieneartikel sollten stattdessen in den Restmüll getan werden bzw. kann man abgelaufene Medikamente auch häufig in der Apotheke abgeben. Spült man diese Abfälle herunter, belasten sie unsere Gewässer und es braucht einen großen Aufwand, das Wasser in den Kläranlagen wieder zu reinigen und uns wieder als Trinkwasser zur Verfügung zu stellen.

Ein Schritt nach dem anderen

Seinen Lebensstil von einem Tag auf den andren umzustellen, kann ganz schön schwierig sein. Lass  dich nicht entmutigen. Du hast den Entschluss gefasst, in Zukunft mehr auf einen nachhaltigen  Umgang mit Wasser zu achten? Das ist toll! Du musst nicht alles auf einmal umsetzen. Finde deinen  eigenen Rhythmus, z.B. kannst du dir jeden Monat etwas Neues vornehmen. Habe Spaß am  Ausprobieren und freue dich über jede Verbesserung. Jeder Schritt zählt.

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