Vögel füttern im Sommer?

Vögel füttern im Sommer?

Schwarze Amsel sitzt an Gartenzaun aus Holz

Im Winter ist es mittlerweile für viele Menschen selbstverständlich geworden: Vögel füttern. Wer einen Balkon oder einen Garten hat, stellt den heimischen Singvögeln Futter bereit, da Frost und Schnee die Nahrungssuche erheblich erschweren. Damit verbunden ist der Zeitvertreib, die Vögel zu beobachten. Seit einigen Jahren wird immer wieder diskutiert, ob  Vögel füttern im Sommer oder eine ganzjährige Fütterung sinnvoll oder hilfreich ist. Das Thema ist allgemein umstritten, selbst unter Fachleuten gibt es keine klare Meinung. Wir zeigen euch im Folgenden verschiedene Argumente die für und gegen das  Vögel füttern im Sommer sprechen auf. Zu einem klaren Ja oder Nein können aber auch wir nicht kommen.  

Einen vogelfreundlichen Garten bieten

Prinzipiell ist es nicht falsch, den Vögeln ganzjährig etwas Gutes zu tun. Doch Vogelschutz dreht sich nicht nur um das Füttern der Tiere. Man kann ebenso helfen, indem man den eigenen Garten vogelfreundlich gestaltet. Das bedeutet, ihnen genug natürliche Nahrungsquellen und Nistplätze zu bieten. Folgende Gehölze sind für Vögel eine gute Nahrungsquelle:  

  • Birnbaum 
  • Weißdorn
  • Schlehe
  • Vogelkirsche
  • Vogelbeere
  • schwarzer Holunder
  • Kornelkirsche
  • Disteln
  • Karden 
  • heimische Stauden
Brauner Spatz sitzt an Blume für Futter

Ebenfalls sind Wildrosenhecken von Vorteil. Sie halten Fressfeinde ab und bieten durch Hagebutten eine weitere Nahrungsquelle. Auch Kletterpflanzen wie wilder Wein, Efeu, Gartengeißblatt bieten Schutz und Aufenthaltsmöglichkeiten.

Gründe für das Vogel füttern im Sommer

Gute Gründe, die Vögel auch im Sommer zu füttern, sind durchaus vorhanden: Ein naheliegender Grund ist das zunehmende Ausbleiben der Insekten, wodurch ein erheblicher Nahrungsbestandteil wegfällt. In den letzten 30 Jahren ist die Bevölkerungsdichte der Insekten um 80 % gesunken.  Außerdem erleichtert man mit der Sommerfütterung die Nahrungsbeschaffung für die Jungvögel. In der Zeit der Aufzucht sind die Altvögel stark gefordert, da sie ständig Nahrung für den immer hungrigen Nachwuchs beschaffen müssen. Dafür sind sie unter Umständen von 4 Uhr morgens bis 22 Uhr am Abend unterwegs. Die meist fettreiche Nahrung an den Futterstellen erleichtert ihnen daher die Futtersuche für sich selbst. Auch die gerade flügge werdenden Jungvögel profitieren von dem Nahrungsangebot. Es steigert ihre Überlebenschancen.  

Was gegen die Sommerfütterung spricht

Fressen die Vögel vermehrt fettreiches Futter sinkt ihre Fruchtbarkeit, sodass es zu sogenannten „tauben Eiern“ kommt. Außerdem verfüttern die Altvögel häufig auch das Futter, das sie an den Futterstellen finden. Dies ist für die Jungvögel allerdings ungeeignet, da sie in erster Linie proteinreiche Nahrung in Form von Insekten brauchen. Zusätzlich können große Samen oder Nüsse bei den Jungvögeln zu tödlichen Darm- oder Magenverschlüssen führen. Zusätzlich können sich die Vögel im Sommer an den Futterstellen auch leichter mit Krankheiten anstecken. 

Das richtige Futter wählen für das Vögel füttern im Sommer

Leider halten sich Pro und Kontra beim Thema Vogelfütterung die Waage. Die Gründe für und Wider sind jeweils einleuchtend. Vögel im Sommer zu füttern ist nicht grundsätzlich schlecht. Man sollte allerdings auf die richtige Futterzusammenstellung achten. Die Sommerfütterung sollte nicht darauf ausgerichtet sein, vollwertiges Futter zur Verfügung zu stellen, sondern nur als Ergänzung dienen. Vor allem in der Brutzeit zwischen April und Juli sollte keine fettreiche Fütterung angeboten werden. Besser sind kleine und fettarme Samen von Brennessel, Klee, Vogelmiere, Wicke, Hirtentäschel, Birke, Schafgabe oder verschiedene Gräser. Dies alles wird auch als Mischung verkauft und ist im Handel unter der Bezeichnung „Waldvogelfutter“ zu finden. Auch getrocknete Insekten oder Mehlwürmer sind für die Jungvögel schwer zu verdauen. Dies liegt am erhöhten Salzgehalt bei gleichzeitig niedrigem Wassergehalt.  

Vogel sitzt an Futterhaus mit Körnern

Guten Appetit!

Wer dies beachtet, kann auch im Sommer getrost den Vögeln ein kleines Zubrot geben und wird mit interessanten Beobachtungen belohnt. In der Sommerzeit kommen verhältnismäßig mehr Vögel an die Futterstellen als zur kalten Jahreszeit. 

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