Wir feiern einen großen Erfolg für die Rechte der Menschenaffen.

Dr. med. vet. Ulrike Beckmann

Share on facebook
Share on twitter
Share on email

Zwei Patente auf gentechnisch veränderte Schimpansen abgewiesen.

Ein Kommentar von Dr. Ulrike Beckmann.

Schon seit den 1980er Jahren werden Tiere für Tierversuche gentechnisch verändert und dann patentiert. Deshalb leiden z.B. Mäuse und Ratten, denen schnell Tumore wachsen, oder andere Säugetiere, denen ein besonders schwaches Immunsystem vererbt wird, in den Versuchslaboren der Pharmaindustrie.

Zweifel am Sinn solcher Versuche und an ihrer Übertragbarkeit auf den Menschen existieren, seitdem man mit diesen Versuchen angefangen hat.

Nun hat die Beschwerdekammer des Europäischen Patentamtes (EPA) zum ersten Mal eine richtungsweisende Entscheidung getroffen:  Ansprüche der Firma INTREXON (heute: PRECIGEN) auf gentechnisch veränderte Schimpansen und andere Tiere wurden als nicht patentfähig abgewiesen.

Schon 2013 hatte die Organisation TESTBIOTECH e.V. und ein Bündnis von Umwelt- und Tierschutzorganisationen Einspruch gegen zwei Patente von Intrexon auf gentechnisch veränderte Schimpansen eingelegt und verloren.

Unbeeindruckt von diesem Rückschlag reichten sie 2016 Beschwerde beim EPA ein. Dieser Beschwerde wurde nun stattgegeben.

Auch das Jane Goodall Institut Deutschland hat die Aktion unterstützt. Jane Goodall zu dieser Neuigkeit:

” Ein klares Signal an alle Wissenschaftler, die leidensfähige Tiere nur als Werkzeug der Forschung betrachten.

Das EPA hat eine weise und verantwortungsvolle Entscheidung getroffen.”

Hier erging eine wichtige Präzedenzentscheidung, in der zum ersten Mal Ansprüche auf gentechnische veränderte Versuchstiere aus ethischen Überlegungen gänzlich zurückgenommen wurden.

«Es hat fast 30 Jahre gedauert, bis das EPA an diesen Punkt gelangt ist und zum ersten Mal die Patentierung von gentechnisch veränderten Tieren stark einschränken will», sagte Ruth Tippe von der Initiative „Kein Patent auf Leben!“. «Wir fordern nach wie vor ein generelles Verbot von Patenten auf Tiere aus ethischen Gründen.»

Bei den beiden nun für ungültig erklärten Patenten wurden Abschnitte von Insekten-DNA in die der Schimpansen eingefügt, um sie für Versuche geeigneter zu machen. Die Patente sollten sich gleichzeitig auch auf Mäuse, Ratten, Katzen, Hunde, Rinder, Schweine, Pferde und Schafe erstrecken. Hunderte von Patenten auf Versuchstiere seien im Lauf der Zeit vom EPA erteilt worden, sagt Dr. Christoph Then von TESTBIOTECH, dass aber dann auch Menschenaffen als Erfindung gelten sollten, löste besondere Proteste aus.

“Schimpansen sind unsere nächsten Verwandten, die 98,6% der Erbgut-Zusammensetzung mit uns teilen!” betont Dr. Jane Goodall immer wieder.

Der nun vom EPA eingeschlagene Weg sollte jetzt auch für andere, ähnliche Fälle gelten: Denn es gibt noch viel mehr Patente auf gentechnisch manipulierte Tiere, auch auf Affen. Laut Dr. Then kämpft Testbiotech gerade gegen ein Patent der Max-Planck-Gesellschaft, das diverse Versuchstiere, u.a. auch Primaten beansprucht.

Unser großes Kompliment geht an die engagierte Gruppe um Testbiotech, die über lange Jahre nicht aufgegeben hat! Wir als JGI Deutschland sind stolz darauf, sie unterstützen zu dürfen.

Was wir jedoch nicht vergessen dürfen: Die gentechnischen Manipulationen an Tieren, auch an Affen, und die Versuche an ihnen gehen trotz allem weiter.

Man kann sie nur nicht mehr so einfach patentieren.

Es gibt also noch viel zu tun!

Dr. Ulrike Beckmann, Jane Goodall Institut Deutschland

Neueste Beiträge

No Waste November 2020

No Waste November 2020.

Es ist wieder soweit: Die globale Roots & Shoots Kampagne #NoWasteNovember findet bereits zum vierten Mal statt. Die einmonatige Kampagne soll Menschen dabei unterstützen, individuell
Weiterlesen »

    Vielen Dank. Ihre E-Mail Adresse ist nun in unserem Verteiler und wir halten Sie von nun an auf dem Laufenden!
    Immer auf dem laufenden bleiben! Newsletter abonnieren.