Corona-Impfstoff: Sichere Entwicklung ohne Tierversuche?

Corona-Impfstoff: Sichere Entwicklung ohne Tierversuche?

Dr. med. vet. Ulrike Beckmann

Eine durch den Zaun gesteckte Hand eines Affens

Bild: Anthony Rosa

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Gerät die Menschheit in eine Krise, verschieben sich die Gewichtungen anderer Probleme: Da unser Wirtschaftssystem zur Zeit unter extremen Mehrkosten leidet, um die Menschen in der Corona-Pandemie zu schützen, empfinden viele zum Beispiel Aufwendungen gegen die Klimaproblematik als weniger dringlich als noch vor Monaten.

Jetzt müssen unter Hochdruck Impfstoffe gefunden, getestet und zugelassen werden. Man geht davon aus, dass jetzt keine Zeit dafür sei, Impfstoff-Tests an Primaten zu hinterfragen, sind sie doch am menschenähnlichsten und deshalb vermeintlich am besten geeignet. Dazu kommen Pressemeldungen, es gäbe Versuchsaffen-Mangel, da China seit Januar keine Affen mehr exportiere. Impfstoff- Entwickler in den USA und Europa schlügen Alarm und könnten nicht ausreichend testen. Bringt also der Mangel an Versuchsaffen uns alle in Gefahr?

Im Gegenteil: Die Labore, die im Moment im Rennen um einen wirksamen Corona-Impfstoff die Nase vorn haben, wurden von den Auflagen, den Impfstoff an Affen testen zu müssen, eher in ihrem Fortschritt gebremst!

Wie ÄRZTE GEGEN TIERVERSUCHE  berichtet, haben…

 "...Tierversuche nicht zur Entwicklung und Effizienz dieser Impfstoffe beigetragen...Da die üblichen Tierversuche ...zu langwierig und erfahrungsgemäß zu unzuverlässig für die aktuelle Corona-Krisensituation sind, wurden einige Tierversuche verkürzt, übersprungen oder gleichzeitig mit den Tests an Menschen gemacht. „Die Impfstoffkandidaten des deutschen Unternehmens BioNTech und der amerikanischen Firma Moderna wurden an Affen getestet, erst nachdem Hunderte von Menschen mit den Impfstoffen injiziert wurden. BioNTech hat vier Impfstoffkandidaten an Menschen getestet und anhand der gesammelten Daten sich für den heute berühmten Impfstoffkandidaten entschieden, was die Ergebnisse der später durchgeführten Affenversuche ad absurdum führt“, erklärt Dr. Dilyana Filipova, Wissenschaftlerin bei Ärzte gegen Tierversuche. Die Impfstoffkandidaten wurden kurz vor den ersten Menschen-Studien Mäusen und Ratten verabreicht, um eine behördliche Genehmigung für die weiteren Tests an Menschen zu bekommen. Eine schützende Wirkung vor einer Infektion mit dem Coronavirus konnte jedoch nicht gezeigt werden, da sich weder Mäuse noch Ratten natürlicherweise an dem Virus anstecken. „Dass Tierversuche aufgrund veralteter Gesetze durchgeführt wurden, ist kein Beleg für deren angebliche Unerlässlichkeit und Notwendigkeit“, so die Biologin weiter...Darüber hinaus gibt es nach heutigem Kenntnisstand keine andere Tierart, die die beim Menschen beobachteten komplexen COVID-19-Symptome entwickelt.

...Bedarf und Entwicklung tierversuchsfreier, menschenrelevanter Forschungsmethoden steigen weltweit. Zurzeit lassen sich bereits 10 menschliche Mini-Organe, sog. Organoide, bzw. Gewebe mit dem SARS-CoV-2-Virus infizieren, welche wichtige Informationen über das Verhalten des Virus im menschlichen Organismus geben. In den USA wurde kürzlich ein Programm zur Testung von Corona-Impfstoffen mittels Multi-Organ-Chips ins Leben gerufen. Auch komplexe Computermodelle werden verwendet, um die mutmaßliche Wirksamkeit anderer Arzneimittel gegen das Coronavirus zu analysieren und Impfstoffkandidaten auszuwerten. „Viele wichtige Erkenntnisse über das Coronavirus wurden in diesen Modellen gewonnen. Letztendlich basiert die Entwicklung der heute zelebrierten Impfstoffkandidaten auf solchen Methoden und Patientendaten“, so Filipova.

Weniger als 1% der öffentlichen Fördergelder in Deutschland werden in diese modernen, menschenrelevanten Methoden investiert, die restlichen über 99% fließen in Tierversuche. „Wir fordern eine Umschichtung der Fördergelder und die gesetzliche Anerkennung tierversuchsfreier Systeme als Testmethoden in der Medikamentenentwicklung statt der veralteten Tierversuche. Nur so werden wir in der Lage sein, zukünftig schneller und zuverlässiger wirksame und sichere Medikamente und Impfstoffe zu entwickeln“, sagt Filipova."

Seit Jahren weisen der Verein und seine Unterstützer darauf hin, dass es längst verlässlichere und wissenschaftlich haltbarere Alternativen zu Versuchen an Tieren gibt.

Wir können uns dem nur mit Nachdruck anschließen: Auch Krisensituationen rechtfertigen nicht die Qual und das Leiden unserer nächsten Verwandten. Versuche an Tieren, vor allem auch an Primaten, sind längst nicht mehr zeitgemäß, sondern allenfalls eine Machtdemonstration gegenüber unseren hilflosen Verwandten.

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