Dr. Jane Goodall beim Weltwirtschaftsforum - Jane Goodall Institut - Deutschland

Dr. Jane Goodall beim Weltwirtschaftsforum

Dr. Jane Goodall auf einem grauen Sellel im Talk mit einer Moderatorin bei Time100.

Dr. Jane Goodall war im Januar zum wiederholten Mal zu Gast beim Weltwirtschaftsforum in Davos und nahm über fünf Tage an 13 Veranstaltungen teil.

Das jährlich stattfindende World Economic Forum (WEF) ist eine Plattform für Debatten und Austausch zu kontroversen Themen zwischen der Öffentlichkeit und Wissenschaftler:innen, Wirtschaftsführer:innen und politischen Entscheidungsträger:innen. Eine gute Gelegenheit für Dr. Jane Goodall, Politiker, CEOs und andere Entscheidungsträger zu erreichen und nebenbei Interviews zu geben, u. a. für CNN, CNBC und TIME

Eine Botschaft, die für Dr. Goodall dieses Jahr besonders wichtig war: „Geht wählen!“ Denn sie ist der Meinung, dass die Regierungen rund um den Globus nicht genug tun, um den Klimawandel zu bekämpfen.

"Dieses Jahr könnte das folgenreichste Wahljahr sein, was das Schicksal unseres Planeten betrifft – denn die halbe Weltbevölkerung wird die Gelegenheit haben, zu wählen".

Mehr als 40 Länder werden in diesem Jahr ihre Politiker:innen wählen, darunter die USA, Indien und Südafrika. Diese Politiker:innen werden dann über die Zukunft der Gesundheit unserer Erde entscheiden, z. B. in den Bereichen Energiepolitik, Entwaldung und Emissionsreduzierung.

Dr. Goodall verwies auf Brasilien, wo die Wähler vor zwei Jahren den rechtsextremen Regierungschef Jair Bolsonaro absetzten und den Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva zurückholten. Quasi über Nacht verwarf Lula Bolsonaros laissez-faire-Ansatz bei der Umwelt-Gesetzgebung und verdoppelte seine Bemühungen zum Schutz des Amazonas-Regenwaldes.

Ähnliche Veränderungen in der Politik könnten in den kommenden Monaten weltweit zu spüren sein, wenn die Menschen denn zur Wahl gehen, so Goodall:

"Jede Stimme zählt, in diesem Jahr mehr als vielleicht jemals zuvor in der Geschichte".

Die Wohlhabenden werden getroffen

Goodall verzichtete darauf, bestimmte Kandidat:innen zu unterstützen.

Aber sie glaubt, dass angesichts der immer extremeren Wetterbedingungen, die in allen Teilen der Welt herrschen, immer mehr Wähler:innen verstehen, dass Klimapolitik wichtig ist.

"Als das Wissen um den Klimawandel allmählich bekannt wurde, da waren es Bangladesch und die ärmeren Länder, die unter den Folgen zu leiden hatten", sagte sie. "Jetzt sind die Wohlhabenden betroffen. Die Industrieländer werden dort getroffen, wo es ihnen wirtschaftlich weh tut."

Diese Katastrophen verursachen Schäden in Milliardenhöhe.

"Es gibt Überschwemmungen in New York, Überschwemmungen in Großbritannien, Überschwemmungen in mehreren Teilen Europas, beispiellose Hitzewellen, die Menschen in Frankreich töten."

Goodall äußerte auch die Hoffnung, dass Unternehmen mehr tun werden, um Emissionen zu reduzieren. Ähnlich wie die Wähler:innen auf die Klimakrise reagieren könnten, sollten die Unternehmen ihrer Meinung nach anfangen, ihre Lobbydollars in Richtung der Kandidat:innen zu lenken, die Klimafragen priorität einräumen.

"Ich hoffe, dass so manche Unternehmen, die wirtschaftlich von den Folgen der Klimakrise betroffen sind, sich denken werden: Nun, wir sollten besser etwas mehr Geld in die richtigen Politiker stecken."

Ein ‘alles entscheidender Moment’

Goodall, die in ein paar Monaten 90 Jahre alt wird, sprach in Davos auch über ihre Bemühungen, junge Menschen über die Notlage der Natur aufzuklären: “Das Ökosystem ist ein Geflecht aus miteinander verbundenen Pflanzen und Tieren, und jedes einzelne spielt eine Rolle”, sagte sie. “Wenn eine Art ausstirbt, ist das wie das Ziehen eines Fadens aus einem Teppich. Und wenn genug Fäden gezogen werden, zerfällt der Teppich. Das Ökosystem bricht zusammen.”

Goodall, die jahrzehntelang im Dschungel gelebt und das Verhalten wild lebender Schimpansen erforscht hat, ist in ihrem Ansatz zur Bekämpfung des Klimawandels nicht dogmatisch.

"Wir brauchen Technologie. Wir müssen auf erneuerbare Energien umsteigen. Wir müssen aufhören, die Unternehmen zu subventionieren, die in fossile Brennstoffe investieren. Wir müssen über die Erdbevölkerung und ihre Art der Viehhaltung nachdenken. Es ist ein Zeitpunkt, bei dem es um alles geht."

Aber sie sagte auch, dass diese Maßnahmen nur von Politiker:innen umgesetzt werden können, die sich der Schwere der Krise bewusst sind, mit der der Planet Erde konfrontiert ist.

"Wir müssen die Botschaft verbreiten, damit die Menschen sie verstehen, und dann werden sie auch richtig wählen. Dann werden sie verstehen, wie wichtig es für ihre Kinder und die Kinder ihrer Kinder ist.“

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